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Einer für alle: 2010 soll nur noch der Hersteller-Name auf dem Motor den Unterschied machen © imago

Um ein weiteres Ausbluten der Königsklasse zu sichern, haben FIA-Präsident Mosley und F1-Mogul Ecclestone drastische Maßnahmen ins Auge gefasst.

Von Manuel Krons

München - Auf die Formel 1 könnten bald dramatische Veränderungen zukommen.

FIA-Präsident Max Mosley rief am Mittwoch erneut zur Eindämmung der Kosten in der Königsklasse auf und kündigte drastische Maßnahmen an, um den Erhalt des weltumspannenden Rennzirkus zu sichern.

"Einige Teams haben schon jetzt Schwierigkeiten mit ihrem Aktienkurs, aber das wurde nicht erst im Rahmen der Finanzkrise klar", sagte Mosley der "BBC".

Gemeinsam mit Geschäftspartner und F1-Mogul Bernie Ecclestone hat Mosley daher einen "Rettungsplan" für die Formel 1 aufgesetzt, der unter anderem die Einführung eines Einheitsmotors vorsieht, wie die britische "Times" berichtet.

Sport1.de nennt die Inhalte und mögliche Folgen des Vorhabens:

Lieblings-Thema von Ecclestone

"Es gibt vieles was wir tun können, aber das Wichtigste ist, die Kosten für den Antrieb zu reduzieren", erklärte Mosley.

Ab 2010 sollen alle Teams ein baugleiches Aggreggat in Ihren Autos haben. Das soll helfen die Entwicklungskosten einzudämmen und den Etat-Wahnsinn von bis zu 400 Millionen Euro pro Team und Jahr um ein Vielfaches zu minimieren.

Der Einheits-Motor ist schon seit längerem ein Lieblings-Thema von Ecclestone: "Die Sache die mir am meisten Freude bereitet, ist die Idee des homogenen Antriebs zu pushen", so der F1-Zampano.

Motoren dürfen selbst gebaut werden

Die in Zukunft verwendeten Motoren müssen nach Ecclestones Plan zwar identisch sein, dürfen aber offenbar von den Teams dennoch selbst gebaut werden.

Rennställe, die keine eigene Manufaktur haben, soll es erlaubt sein, auf unabhängige Anbieter zurückzugreifen. "Der Motor wird absolut gleich sein und er darf nur zweimal pro Jahr gewechselt werden, damit werden die Kosten dramatisch zurückgehen und ich meine dramatisch", unterstreicht Ecclestone.

Chance für kleinere Teams

Die Aufwendungen für die Antriebsentwicklung (rund 30 Millionen Euro) sollen damit um bis zu 95 Prozent reduziert werden. Dies soll auch finanziell weniger potenten Teams die Chance geben, in der Formel mitzumischen.

Denn einen weiteren Aderlass des derzeit 20-köpfigen Starterfeldes könne sich die Formel 1 nicht erlauben. "Mit 16 Boliden hätten wir kein glaubwürdiges Starterfeld mehr", so Mosley.

Fahrer stärker im Blickpunkt

Sollte der Einheitsmotor tatsächlich kommen, so brächte das auch sportlich einen dramatischen Umbruch mit sich.

Die Fähigkeiten des Fahrers würden wieder mehr Sieg oder Niederlage entscheiden, Unterschiede zwischen großen und kleinen Teams würden stärker verwischt.

Für Hersteller weniger attraktiv

Für die großen Automobilhersteller könnte die Formel 1 hingegen an Attraktivität verlieren. Es wäre in Zukunft nicht mehr möglich die eigene Marke mit technischen Antriebs-Innovationen auf einem weltweiten Markt zu präsentieren.

Der Wettstreit um den schnellsten und zuverlässigsten Motor wäre damit Geschichte.

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