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Die Teams wollen ihre Motoren nicht nach fremden Bauplänen fertigen © imago

Die Pläne von FIA-Präsident Max Mosley und Bernie Ecclestone lösen bei den Rennställen heftige Proteste aus.

Fuji - Vor dem Großen Preis von Japan (Sa., Quali 6.35 Uhr LIVE) steht die Formel 1 steht vor einer Zerreißprobe.

In der Diskussion um Einheitsmotoren bahnt sich ein massiver Streit zwischen den Herstellern einerseits sowie Bernie Ecclestone und Max Mosley andererseits an.

Die Hersteller lehnen die Pläne des Formel-1-Chefs und des Weltverbands-Präsidenten strikt ab, 2010 einen für alle Boliden vorgegebenen Motor einzuführen.

Selbst ein Ausstieg der Hersteller scheint nicht gänzlich ausgeschlossen, sollte man ihren Interessen nicht entgegenkommen.

Haug mit Ecclestone-Plan nicht einverstanden

"Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die selbst gesteckten Rahmenbedingungen der FIA und der FOM (Formula One Management, d. Red.), nämlich Langfristigkeit und Planbarkeit und nicht ad-hoc-Entscheidungen. Diese Spontaneität ist nicht hilfreich", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug am Freitag in Fuji über den Vorstoß Ecclestones und Mosleys.

Im Vorjahr war die Motorenentwicklung von der FIA noch für fünf Jahre eingefroren worden.

"Gegen die Interessen der Hersteller"

Auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sprach sich deutlich gegen Einheitsmotoren aus. "Das läuft den Interessen der Hersteller zuwider", sagte Theissen dem sid und machte einen Gegenvorschlag: "Wir müssen beim neuen Motorreglement einen ziemlich engen Rahmen vorgeben, damit nicht nur der Bauaufwand, sondern auch der Entwicklungsaufwand im Rahmen bleiben. " Es gebe zudem einige andere Dinge, die man günstiger gestalten könne.

Kosten sollen drastisch gesenkt werden

Ecclestone hatte angekündigt, mit einem Einheitsmotor auf die weltweit angespannte und auch in der Formel 1 schwierige Finanzlage reagieren und die Kosten drastisch senken zu wollen.

Auch Mosley verfolgt diese Idee. Mit dem Plan sollen die Kosten um angeblich 95 Prozent gesenkt werden. Derzeit muss ein Motor nur an zwei aufeinander folgenden Rennwochenenden halten.

"Suche nach dem Nadelöhr"

Haug hofft auf eine einvernehmliche Lösung des Interessenkonflikts: "Man ist auf der Suche nach einem gemeinsamen Nadelör, um das Ganze einzufädeln."

Auf die Frage, ob die Hersteller im Zweifelsfall mit Ausstieg drohen werden, erklärte Haug: "Ich glaube nicht. Ich denke schon, dass man eine Lösung finden kann."

Williams hält Ausstieg für möglich

Das sieht Adam Parr anders. "Es besteht die Möglichkeit, dass ein oder zwei Teams aussteigen", sagte der Williams-Geschäftsführer im Gespräch mit der BBC: "Der logische Schluss wäre, dass es sich dabei um ein unabhängiges Team handelt, aber ich glaube nicht, dass das zwingend der Fall sein muss."

Anfang Mai hatte sich bereits Super Aguri wegen finanzieller Schwierigkeiten aus der Formel 1 zurückgezogen.

Es brodelt gewaltig

Ein Einheitsmotor würde die führenden Hersteller wie Mercedes und BMW aber eines elementaren Marktes berauben, da die eigene technische Kompetenz nicht mehr darstellbar wäre. Die kleineren und vor allem die Privatteams befürworten dagegen die Pläne, da sie dadurch deutliche Vorteile hätten.

Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Es gibt Stimmen, die die von Ecclestone und Mosley angeführten Kostensenkungen stark anzweifeln und beklagen, dass es keine Stabilität und Planungssicherheit mehr in der Formel 1 gebe.

Keine Arbeit nach fremden Plänen

In der Vergangenheit hätten vermeintliche Sparmaßnahmen zudem zuweilen das Gegenteil bewirkt, heißt es weiter. Die Hersteller, so war in Fuji zu vernehmen, würden jedenfalls eines nicht mitmachen: Sich einen Bauplan vorlegen lassen und dann den eigenen Namen draufschreiben.

Nach dem Großen Preis von China in Shanghai am 19. Oktober will Mosley mit Vertretern der FOTA über das weitere Vorgehen sprechen.

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