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Räikkönen hat 27 Punkte Rückstand auf WM-Leader Lewis Hamilton (84) © getty

Nach dem enttäuschenden Qualifying in Fuji muss die Scuderia im Titelkampf auf den zuletzt müden Weltmeister Kimi Räikkönen hoffen.

Von Manuel Krons

München - Für die Silberpfeile war es ein Traum-Qualifying, für Ferrari hingegen ein Albtraum.

Beim Großen Preis von Japan (Sonntag, ab 6.30 Uhr LIVE) wird Lewis Hamilton von der Pole Position ins Rennen gehen während sein ärgster Verfolger Felipe Massa sich mit dem fünften Startplatz begnügen muss.

"Das ist natürlich keine gute Position", gestand Massa zerknirscht nach der verpatzten Zeitenjagd. Nun muss am Fuße des Vulkans in Fuji sein Teamkollege Kimi Räikkönen für den kleinen Brasilianer die Kohlen aus dem Feuer holen.

Comeback in Reihe eins

Der Finne startet am Sonntag von Position zwei unmittelbar neben Hamilton in den 16. von 18 Saisonläufen. Es ist das lange ersehnte Comeback des Weltmeisters in Reihe eins.

"Ich bin froh darüber, wieder so weit vorne zu sein", sagte der Ferrari-Pilot, der zuletzt im Juni beim Grand Prix in Frankreich derart nahe am Zielstrich parken durfte. Fast vier Monate sind seitdem vergangen.

Räikkönen soll Hamilton die Show stehlen

"Das Ergebnis zeigt, dass ich in guter Form bin für das Rennen", analysierte Räikkönen. Er wolle nun das Beste aus der Situation machen und sich in den Dienst von Massa und der Mannschaft stellen. "Mein Ziel ist es, dem Team zu helfen um beide WM-Titel zu gewinnen."

Die Scuderia muss darauf hoffen, dass Räikkönen schon beim Start dem WM-Spitzenreiter Hamilton die Show stiehlt und Massa hinter ihm vor der ersten Kurve groß in Fahrt kommt.

Puffer Kovalainen

Doch angesichts des Startduells mit dem "Iceman" macht sich das Silberpfeil-Lager keine allzu großen Sorgen. Zu eindrucksvoll war der teameigene WM-Favorit Hamilton auf seiner Pole-Runde unterwegs. "Möglicherweise die beste seiner Karriere", lobte McLaren-Boss Ron Dennis seinen Schützling.

Darüber hinaus hat McLaren-Mercedes an dritter Startposition mit Heikki Kovalainen erfolgreich einen wertvollen Puffer zwischen den Titelfavoriten und seinen roten Widersacher platziert.

"Heikki kann auch gegebenenfalls Kimi stören", gab sich Norbert Haug gelassen. Zudem vermutete der Mercedes-Motorsportchef, dass Räikkönen im Rennen früher einen Tankstopp einlegen muss als Hamilton: "Ich kann mich täuschen, aber er war die ganze Zeit nicht so richtig dabei. Vielleicht hat man ihm ein wenig geholfen. Ich hoffe, dass er ein wenig leichter ist."

"Es war nicht perfekt"

Hamilton hingegen hatte auf seiner Triumphrunde offenbar reichlich Benzin an Bord.

Der Brite äußerte sich im Anschluss auch leicht kritisch über seinen gelungenen Quali-Coup: "Normalerweise ist es nicht einfach, das Auto mit so viel Sprit an Bord am Limit zu bewegen. Aber ich bin eine sehr ordentliche Runde gefahren", urteilte der Brite und fügte an: "Es war nicht perfekt, in der letzten Kurve habe ich einen Fehler gemacht."

BMW verpatzt Reifenwahl

Nicht fehlerlos agierte auch die BMW-Sauber-Crew um Pilot Nick Heidfeld beim Kampf um die vorderen Startplätze.

Aufgrund eines folgenschweren Fehlers bei der Reifenwahl muss der Mönchengladbacher eine Woche nach seiner Vertragsverlängerung in Fuji von Platz 16 starten. "Von der Position wird es extrem schwierig, im Rennen irgendwas zu erreichen".

Sein Boss Mario Theissen sah die Schuld für das sportliche Debakel nicht allein bei seinem Piloten: "Es war eine gemeinsame Fehlentscheidung von Team und Fahrern", so der BMW-Motorsportdirektor.

Glock und Vettel in den Top-Ten

Immerhin zwei Piloten vertreten das deutsche Quintett am Sonntag in den Top-Ten. Timo Glock erreichte nach seinen starken Trainingsleistungen den achten Startplatz beim Heimspiel seines Rennstalls Toyota.

Sebastian Vettel steht mit dem Toro Rosso auf Position neun.

Keine neue Regenschlacht erwartet

Das Top-Trio Hamilton, Kovalainen und Räikkönen machte auch im vergangenen Jahr in Japan die ersten drei Plätze unter sich aus. Bei Hamiltons Sieg im Dauerregen erreichte sein finnischer Teamkollege - damals noch im Renault - als Zweiter das Ziel.

Ferrari hatte sich bei der Reifenwahl verpokert - und war als einziges Team mit Intermediates in die Regenschlacht gestartet. Massa trudelte erst als Sechster über die Ziellinie.

Dass es am Sonntag trocken bleiben soll, ist somit eine gute Nachricht für die Roten. Die Gefahr sich zu verpokern ist gering.

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