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Nick Heidfeld wurde beim Rennen in Hockenheim Vierter © getty

Sicherheitsrisiko KERS: Bei einem Unfall mit dem Energie-Rückgewinnungssystem erleidet ein Mechaniker in Jerez einen Stromschlag.

München/Jerez - Der Formel 1 droht eine neue Sicherheitsdiskussion: Ein Unfall bei den Testfahrten im spanischen Jerez hält die Königsklasse in Atem.

Das deutsch-schweizerische Team BMW-Sauber testete am Dienstag an seinem Auto das Energie- Rückgewinnungs- verfahren KERS (Kinetic Energy Recovery System), wobei ein Mechaniker einen elektrischen Schlag erlitt.

Testpilot Christian Klien aus Österreich war nach nur drei Runden zurück in die Box gekommen.

Der Mechaniker wollte ihm behilflich sein, seinen Boliden rückwärts in die Garage zu manövrieren, als er beim Berühren des Autos einen Stromschlag erlitt und zu Boden ging.

"Geringfügige Verletzungen"

In einem Statement des Teams war von "geringfügigen Verletzungen an der linken Hand und Abschürfungen am linken Arm" die Rede.

Nach einer kurzen Untersuchung im Medical Center der Strecke sei der Mechaniker wieder an seine Arbeit zurückgekehrt. Man würde den Vorfall untersuchen, hieß es.

BMW-Sauber hatte den mit dem KERS ausgerüsteten Boliden F1.07C erstmals in einem offiziellen Test eigesetzt.

Bei dem System wird die beim Bremsen gewonnene Energie gespeichert und kann beim Beschleunigen zusätzlich zur Leistung des Motors genutzt werden.

Nach Kliens Installationsrunden legte man am Dienstag keine weiteren Kilometer zurück.

Vettel mit der Bestzeit

Aus sportlicher Sicht lief es am Dienstag besonders für einen Deutschen gut: Sebastian Vettel sorgte für die Bestzeit des Tages.

Der 21-Jährige von Toro Rosso lag in 1:19.844 Minuten vor McLaren-Mercedes-Testfahrer Gary Paffett (1:20.179) sowie Ferrari-Pilot Luca Badoer (1:20.697) und Williams-Tester Nico Hülkenberg (1:20.953).

Für BMW-Sauber testet am Mittwoch erneut Klien - allerdings mit dem aktuellen F1.08. Am Donnerstag übernimmt der Deutsche Nick Heidfeld.

Auch Glock wieder dabei

Ebenfalls am Donnerstag wird Timo Glock wieder ins Lenkrad greifen.

Der 26-jährige Toyota-Pilot war am Sonntag beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring schwer gecrasht, hatte sich aber keine ernsten Verletzungen zugezogen.

"Ich fühle mich körperlich absolut fit und freue mich, wieder ins Auto zu kommen", so Glock, der die Nacht von Sonntag auf Montag in einem Krankenhaus in Ludwigshafen verbracht hatte.

Julian Meißner

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