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Das Flugverbot stellt Formel-1-Logistiker vor Probleme © getty

Die Vulkanasche wirbelt in der Formel 1 die Reisepläne durcheinander. Einige Protagonisten nehmen es allerdings mit Humor.

Schanghai - Das Vulkan-Chaos in Europa droht auch die Formel 1 im 10.000 Kilometer entfernten Schanghai lahmzulegen.

"Nach Hause? Vielleicht im Juni", sagte Bernie Ecclestone mit typisch britischem Humor, nachdem am Sonntag nicht nur das Rennen, sondern Flugpläne, Annullierungen und die verrücktesten Alternativ-Routen das große Gesprächsthema waren.

Das Flugverbot in ganz Europa zwang Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Co in die Warteschleife.

Flieger vergeblich gesucht

Rekordweltmeister Schumacher war zum ersten Mal in dieser Saison und auch erstmals bei einem Rennen in China (226242Bilder des Rennens) nicht mit seinem Privatflugzeug unterwegs und war wie alle anderen im Fahrerlager auf den normalen Linienverkehr angewiesen.

Seine Pressesprecherin Sabine Kehm suchte wie viele andere vergeblich nach noch offenen Flughäfen und freien Plätzen. "Ich würde natürlich gerne so schnell wie möglich nach Hause, da die Familie wartet", sagte Schumacher.

Erst Formel 1, dann Zug

"Ich weiß nicht, vielleicht fahren wir Zug", sagte Sebastian Vettel vor dem Start. Nach der Pole Position im Qualifying war der Red-Bull-Pilot noch etwas sorgloser gewesen: "Kein Problem, ich habe doch ein schnelles Auto ..."

Vettels Teamkollege Mark Webber wollte ins eigentlich vulkanaschenfreie Australien fliegen, würde aber nicht durch das völlig überfüllte Drehkreuz Singapur kommen.

TV-Experte und Ex-Fahrer Marc Surer wollte über Singapur nach Spanien fliegen und von dort mit dem Auto nach Hause in die Schweiz fahren.

Die Frage aller Fragen

Noch eine Stunde vor dem Start (DATENCENTER: Das Rennergebnis) sah man auch immer wieder Fahrer zusammenstehen und diskutieren. "Hast Du einen Flieger?", fragte Timo Glock den Kollegen Michael Schumacher, der nur lächelnd den Kopf schüttelte.

Haug scherzt

"Vielleicht sollten wir die Transsibirische Eisenbahn nehmen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug scherzhaft. Für die Einreise nach Russland wäre aber ein Visum nötig, was viele davon abhielt, nach Moskau auszufliegen.

Die zeitnah ablaufenden Visa für China wollte zumindest der Streckenbetreiber zur Verlängerung bei den Behörden anmelden.

Sutil packt die Urlaubskoffer

Adrian Sutil will kurzfristig einen Urlaub einschieben. "Irgendwo, aber nicht in Schanghai", sagte der Force-India-Pilot, der keine Chance sah, Richtung Europa zu fliegen.

Rosberg und Button bleiben relaxt

Keine Sorgen machte sich dagegen Mercedes-Pilot Nico Rosberg. "Ich fliege sowieso Richtung Thailand", sagte der 24-Jährige, der dort auch schon vor dem Rennen mit seiner Freundin Viviane Urlaub gemacht hatte.

Ähnliche Pläne hatte Weltmeister (DATENCENTER: Der WM-Stand) Jenson Button. Dessen McLaren-Kollege Lewis Hamilton musste auch nicht zurück nach England, sondern zu einem PR-Termin nach Südafrika.

Was passiert mit dem Material?

Was für die Fahrer noch relativ einfach zu verschmerzen ist, stellt die Logistiker der Teams vor riesige Schwierigkeiten.

Das komplette Material hängt bis auf Weiteres in Shanghai fest, und das nächste Rennen steht am 9. Mai in Barcelona an.

Doch auch dafür hat Bernie Ecclestone eine Lösung parat: "Dann machen wir halt einen spanischen Grand Prix hier in Shanghai."

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