vergrößernverkleinern
Lewis Hamilton fuhr in 33 F-1-Rennen achtmal zum Sieg © getty

Sein aggressiver Rennstil hat den WM-Leader im Fahrerfeld offenbar isoliert. Vor dem Shanghai-GP soll Klartext gesprochen werden.

Fuji - Nach dem Crashkurs von Fuji wird Verkehrsrowdy Lewis Hamilton für seine Rivalen zum roten Tuch.

Einige seiner Kollegen wollen den jungen Briten vor dem nächsten Rennen am Wochenende in Schanghai nun zur Rede stellen.

"In der nächsten Fahrerbesprechung wird Jarno Trulli fragen, warum Hamilton ihn zwei Runden blockiert hat, obwohl er eine Runde Rückstand hatte", sagte Toyota-Pilot Timo Glock: "Jarno lag in Führung und hat dadurch anderthalb bis zwei Sekunden verloren, weil Hamilton die blauen Flaggen nicht befolgt hat."

Ungestümer Fahrstil

Glock hatte in Monza Bekanntschaft mit Hamiltons ungestümen Fahrstil gemacht, als der Brite ihn aufs Gras drückte.

Auf Glocks damalige Beschwerde entgegnete Mercedes-Sportchef Norbert Haug, es habe sich um ein normales Renngeschehen gehandelt.

BMW-Pilot Robert Kubica hatte Hamiltons Fahrstil ebenfalls als "zu aggressiv und zu selbstsicher" bezeichnet. Nach Monza hätten die meisten Kollegen diese Meinung geteilt, sagte der Pole.

Anfeindungen der Kollegen

Als hätte Hamilton nach dem Absturz von der Pole Position auf Platz zwölf in Fuji nicht schon genug Druck, muss er sich nun auch noch den Anfeindungen der Fahrerkollegen aussetzen.

Hamilton reist mit 84 Punkten zum vorletzten Rennen nach China und kann für die Entscheidung sorgen.

Doch hinter ihm warten der Brasilianer Felipe Massa (79) im Ferrari und Kubica (72) auf den nächsten Fehler des 23-Jährigen. "In Japan setzen Massa und Hamilton ihre verzweifelten Versuche fort, den Titel zu verlieren", beschrieb der "Corriere dello Sport" die Fehler der WM-Rivalen, folgerte allerdings: "Sie werden es nicht schaffen, einer der beiden wird gezwungen sein, Weltmeister zu werden."

"Sollte in der Lage sein, um WM zu kämpfen"

Das sieht Kubica anders, der Pole glaubt fest an seine Chance: "Wenn du in der Lage warst, nach sieben Rennen der Führende zu sein, dann sollte man in der Lage sein, um die WM zu kämpfen".

Auch bei Ferrari geben sie sich kämpferisch und sahen in Massas Aufholjagd zu immerhin zwei Punkten "eines seiner besten Rennen" (Renningenieur Rob Smedley).

"Lewis muss lernen"

Die Silberpfeile bemühen sich in der angespannten Situation um Ruhe.

Zwar hat das Team kein Verständinis für die Fahrerschelte und die bereits neunte Strafe durch den Automobil-Weltverband FIA in dieser Saison, doch Mercedes-Sportchef Haug sagt auch: "Sicherlich ist Lewis einer, der lernen muss, hier und da auch mal Gas rauszunehmen."

Wenn man an die ganz Großen denke, dann seien das früher auch immer Grenzgänger gewesen. Haug: "Lewis hat sich selbst geschadet, und er wird daraus lernen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel