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Der WM-Kampf könnte zukünftig auch im Qualifying entschieden werden © imago

Frühere Startzeiten und Punkte für die Quali: Mit drastischen Vorschlägen wollen die Rennställe die F1 attraktiver machen.

Von Manuel Krons

München - Die Formel-1-Teams planen offenbar eine Revolution der Rennwochenenden.

Beim kommenden Grand Prix in Schanghai am Sonntag soll mit FIA-Chef Max Mosley besprochen werden, wie die Königsklasse in naher Zukunft nicht nur kostengünstiger, sondern auch attraktiver für ihre Zuschauer werden kann.

"Wir werden uns das Format der Rennen und der Testfahrten anschauen", kündigte McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh an.

Startzeiten, Testfahrten, Punkteverteilung - nahezu alle Bereiche des PS-Zirkus stehen dabei auf dem Prüfstand. Sport1.de gibt einen Überblick über die diskutierten Veränderungen.

Punkte für die Quali

Auch am Samstag sollen nach dem Wunsch der Teams WM-Punkte vergeben werden. Wie "auto, motor und sport" berichtet, soll es im Qualifying analog zum Rennen für die jeweilige Platzierung Punkte geben. Für die Pole Position gäbe es somit wie für einen Grand-Prix-Sieg zehn Punkte. Eine Aufstockung von zehn auf zwölf Zähler für Platz eins - sowohl im Rennen als auch in der Quali - ist zudem angedacht.

Minimale Spritmenge

Des Weiteren sollen die Piloten in allen drei Qualifikationsabschnitten mit minimaler Spritmenge antreten, um im Kampf um die Tagesbestzeit wieder gleiche Vorraussetzungen zu schaffen. Bisher müssen die zehn schnellsten Fahrer mit der Spritmenge ins Rennen starten, die nach der Qualifikation noch im Tank ist. Das Benzinvolumen ist somit zu einem großen Taktikfaktor geworden.

Umgekehrte Startreihenfolge

Die Top Ten des Qualifyings sollen am Sonntag in umgekehrter Reihenfolge starten. Der Pole-Fahrer fährt von Platz zehn los, der zweite der Quali von Rang neun, usw..

Abschaffung der Testfahrten

Vorgesehen ist, den Umfang des Freitagstrainings von bisher zweimal 90 Minuten auf insgesamt sechs Stunden zu verdoppeln. Zwei Sessions von jeweils 180 Minuten sind geplant. Im Gegenzug dazu sollen die Testfahrten während der Saison verboten werden. Vor und nach der Weltmeisterschaft würden Testfahrten weiterhin erlaubt bleiben.

Frühere Startzeiten

Der Rennbeginn soll in Zukunft so gelegt sein, dass auch die Formel-1-Fans den Sonntagnachmittag nicht vor dem TV verbringen müssen. Die Teamchefs fordern Startzeiten von spätestens 12 Uhr. "Die Leute hätten damit den Rest des Sonntags Zeit für andere Dinge", sagte Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost.

Das Rennen in Australien soll bereits um 10 Uhr beginnen und damit in Europa um Mitternacht im Fernsehen zu sehen sein. Man verspricht sich dadurch höhere Einschaltquoten als in den frühen Morgenstunden.

Mehr Geld von Ecclestone

Der Formel-1-Boss soll in Zukunft 80 Prozent der Einnahmen an die Teams weitergeben. Bisher bekommen die Rennställe lediglich 50 Prozent vom Gewinnkuchen. Angestrebt wird, dass die Finanzierung des Rennbetriebs allein über die Ecclestone-Gelder abgedeckt werden kann. Die Einnahmen von Sponsoren wären für die Teams dann ein Zusatz-Geschäft.

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