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Robert Kubica siegte in diesem Jahr in Kanada © getty

Bei BMW glaubt man nach dem Japan-Rennen an die große Sensation. Das Team steckt seine ganze Energie in die Operation WM-Titel.

Von Andreas Kloo

München - "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte" ? dieses alte Sprichwort könnte sich in der Formel-1-WM 2008 tatsächlich bewahrheiten.

Nach den Patzern der beiden Führenden Lewis Hamilton und Felipe Massa in den letzten Wochen hat plötzlich auch BMW-Pilot Robert Kubica Chancen auf den Titel.

Zwei Rennen vor Schluss liegt der Pole zwölf Punkte hinter Spitzenreiter Lewis Hamilton, sieben hinter Massa. Angesichts des instabil erscheinenden Nervenkostüms der beiden Fahrer ist dieser Rückstand nicht allzu groß.

In der derzeitigen Verfassung des Führungsduos ist mit einem Ausfall der beiden jederzeit zu rechnen.

"Wir werden nicht schlafen"

Das BMW-Sauber-Team hat die historische Chance auf den ersten Titel erkannt und setzt nun voll auf Robert Kubica. "Solange es eine theoretische Chance auf den Titelgewinn gibt, werden wir nicht schlafen", zeigt sich der Technische Direktor Willy Rampf hochmotiviert.

Er kündigt an, dass es in technischer Hinsicht durchaus noch Verbesserungspotential gebe: "Es wird keine großen Neuerungen geben, aber wir können kleine Dinge verändern und wir können versuchen, das Potential der Reifen noch perfekter auszuschöpfen."

Auch Motorsportdirektor Mario Theissen wittert die Chance: "Wir haben im Vorjahr gesehen, was in den letzten Rennen passieren kann, und wir müssen zur Stelle sein, sollte sich eine Chance auftun", sagte er zu "autosport".

Auch in der Team-Wertung noch Chancen

Einer wird die Kräftebündelung zugunsten Kubicas allerdings nicht mit Freude zur Kenntnis nehmen: Nick Heidfeld.

Der Mönchengladbacher kam bereits in Japan nicht so recht auf Touren und verpasste als Neunter die Punkteränge. Ohne starke Unterstützung des Teams droht ihm wohl beim China-Grand-Prix das gleiche Schicksal.

Wenn das BMW-Sauber-Team aber auch noch in den Kampf um die WM-Teamkrone eingreifen möchte, sollte es auch einen Augenmerk auf Nick Heidfeld legen. 14 Punkte beträgt der Abstand zwischen den Weiß-Blauen und Ferrari. Jeder Punkt des 31-Jährigen könnte in der Endabrechnung Gold wert sein.

Das weiß auch Heidfeld selbst: "Vor diesem Rennen hätte man gesagt, es ist unrealistisch, dass wir noch eine Chance haben, aber wir haben dieses Jahr schon viele Rennen gesehen, in denen da vorne Fehler gemacht wurden. Es ist unheimlich schwierig, etwas vorherzusagen oder zu planen. Bei zwei noch ausstehenden Rennen haben wir auf jeden Fall eine Chance", ist sich Heidfeld gegenüber "RTL" sicher.

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