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Der wohl populärste Formel-1-Fahrer aller Zeiten: Ayrton Sennna 1992 in Spa © getty

Die Königsklasse feiert runden Geburtstag. SPORT1 blickt zurück auf die bewegte Geschichte, auf Sieger, Verlierer und Rekordmänner.

Monte Carlo - Einen besseren Platz für die Party hätte sich die Formel 1 nicht aussuchen können: Ausgerechnet beim Glamour-Grand-Prix in den Straßen von Monte Carlo wird die Königsklasse 60 Jahre alt.

Mit Champagner und edlen Häppchen feiert die Königsklasse am Donnerstagabend im Nobelhotel Hermitage ihren runden Geburtstag, auf den Tag genau 60 Jahre nach dem ersten Rennen am 13. Mai 1950 in Silverstone.

In diesen sechs Jahrzehnten ist aus einem Tummelplatz für Bastler und Idealisten ein Multi-Millionen-Dollar-Geschäft und das drittgrößte Sportereignis der Welt nach Olympischen Spielen und Fußball-WM geworden, dank der Cleverness von Chef-Promoter Bernie Ecclestone, aber auch dank der vielen Helden, die die Formel 1 hervorgebracht hat.

Da ist es mehr als passend, dass der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten wieder mit dabei ist: Michael Schumacher.

Schumacher überbietet Fangio

Nach seinem Einstieg 1991 hat Schumacher wie kein anderer die Formel 1 geprägt und ihre Geschichtsbücher neu geschrieben.

Er überbot mit sieben WM-Titeln (1994, 1995 und 2000 bis 2004) den Uralt-Rekord des legendären Argentiniers Juan Manuel Fangio, dessen fünf WM-Kronen (1951 und 1954 bis 1957) fast schon eine Marke für die Ewigkeit zu sein schien.

Er gewann 91 Rennen, 40 mehr als "Professor" Alain Prost auf Platz zwei, und er knackte mit 68 Pole Positionen auch die Bestmarke des charismatischen Brasilianers Ayrton Senna (65).

Auf Prosts und Laudas Spuren

Nach all diesen Erfolgen hat Schumacher immer noch nicht genug. Nach drei Jahren als "Früh-Rentner" ist er in die Formel 1 zurückgekehrt, um weitere Rennen und auch noch einen weiteren Titel zu gewinnen.

Nach einem Comeback noch einmal Weltmeister zu werden, hatten vor ihm lediglich der Franzose Prost, insgesamt viermaliger Titelträger, und der dreimalige Champion Niki Lauda, der 1976 auf dem Nürburgring einen spektakulären Feuerunfall überlebte, geschafft.

Farina als Pionier

Erster Champion war 1950 der Italiener Giuseppe Farina, der damals auch das erste Rennen in Silverstone für sich entschieden hatte.

Insgesamt drei Titel gewannen neben Lauda und Senna auch noch der Australier Sir Jack Brabham, der Schotte Jackie Stewart und der Brasilianer Nelson Piquet.

Vettel jagt Hamilton

Jüngster Champion aller Zeiten ist seit 2007 der Engländer Lewis Hamilton, der bei seinem Erfolg 23 Jahre, 10 Monate und 26 Tage alt war.

Entreißen würde ihm diese Bestmarke in dieser Saison gerne Sebastian Vettel, der seit seinem märchenhaften Wochenende 2008 beim Großen Preis von Italien in Monza schon jüngster Fahrer auf der Pole Position und jüngster GP-Sieger ist.

Vor dem 6. von 19 WM-Läufen am Sonntag liegt der 22 Jahre alte Vize-Weltmeister von 2009 in der Gesamtwertung mit 60 Punkten und zehn Zählern Rückstand auf den englischen Titelverteidiger Jenson Button auf Rang drei.

Gleichauf mit Ralf Schumacher

Mit bislang sechs Siegen ist Vettel gleichauf mit Michael Schumachers Bruder Ralf zurzeit zweitbester deutscher Fahrer.

Darüber hinaus stehen aus Deutschland noch Heinz-Harald Frentzen (3), Wolfgang Graf Berghe von Trips (2) und Jochen Mass (1) auf der Siegerliste, auf der sich in dieser Saison gerne auch Michael Schumachers aktueller Mercedes-Kollege Nico Rosberg eintragen würde.

Dessen Vater, der Finne Keke Rosberg, gewann in seiner Karriere fünf Rennen und brachte das Kunststück fertig, 1982 mit nur einem Saisonsieg Weltmeister zu werden.

Senna letztes Todesopfer

Die Formel 1 brachte aber nicht nur strahlende Helden hervor. Schwere Unfälle und insgesamt 34 Tote kratzten am Image und riefen Kritiker immer wieder auf den Plan.

Erstes Opfer war 1952 in Monaco der Italiener Luigi Fagioli. Eine der schlimmsten Tragödien ereignete sich 1994 in Imola.

Einen Tag nach dem Österreicher Roland Ratzenberger starb am 1. Mai Ayrton Senna, der vielleicht genialste Fahrer aller Zeiten, der zum Glück aber bis heute als letzter Fahrer in einem Formel-1-Auto sein Leben lassen musste.

Zu den tödlich verunglückten Fahrern zählen unter anderem auch der zweimalige Weltmeister Alberto Ascari (Italien/1955), von Trips (1961) oder Jochen Rindt (Österreich/1970), der nach seinem Tod posthum noch Champion wurde.

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