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Flavio Briatore war von 1989 bis 1997 Teamchef des Benetton-Rennstalls © imago

Trotz "Crashgate": Bernie Ecclestone soll den verbannten Ex-Teamchef von Renault zu seinem Nachfolger auserkoren haben.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist Tauwetter in der Beziehung zwischen Flavio Briatore und der Formel 1, das war beim Grand Prix von Monaco schon zu besichtigen.

Der ehemalige Renault-Teamchef, von der FIA aufgrund der "Crashgate"-Affäre noch bis 2012 für einen Job in der Formel 1 gesperrt, war dort erstmals seit seiner Verbannung im September 2009 wieder an der Strecke aufgetaucht.

Wie ein Verstoßener wurde Briatore dort nicht behandelt: Er aß bei der Gelegenheit sogar mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zu Mittag.

Es war wohl mehr als ein lockerer Plausch: Laut einem Medienbericht stellen die beiden in Gesprächen gerade die Weichen für Briatores Rückkehr in die Königsklasse. Der Verstoßene könnte demnach gar als Ecclestones Nachfolger zum Boss der Formel 1 werden 13336(DIASHOW: Die größten Formel-1-Aufreger).

"Subtile Verhandlungen"

Dass Ecclestone kein Problem damit hätte, Briatore auf verantwortlicher Position einzubinden, hat er schon öffentlich erklärt.

Der 60-Jährige könnte "eine Rolle im Promotion-Bereich übernehmen", hatte Ecclestone vor einem Monat wissen lassen.

Die finnische Zeitung "Turun Sanomat", die sich aus Quellen aus Ecclestones Heimat Großbritannien beruft, berichtet nun von "subtilen Verhandlungen" über die Ausgestaltung der Rolle.

Aufbau als Thronerbe?

Demnach soll Briatore einen Posten bei Formula One Management, einer Teilfirma der Formel-1-Unternehmensgruppe, erhalten.

Der Italiener würde sich dort um die Sponsorenakquise kümmern.

Dabei soll es angeblich nicht bleiben: Dem Bericht zufolge sieht Ecclestone Briatore als seinen "natürlichen Nachfolger".

Und obwohl Ecclestone trotz seiner bald 80 Jahre nicht ans Aufhören denkt, will er Briatore angeblich als Thronerben aufbauen, indem er einige seiner Verantwortlichkeiten an den Italiener delegiert.

Enge Freund- und Partnerschaft

Spekulationen, dass Briatore Ecclestone einmal beerben könnte, gibt es schon seit Jahren.

Dass sie nun vor dem Türkei-Grand-Prix (Training, Fr. ab 9 Uhr im Liveticker) wieder aufkommen, ist nach Crashgate und diversen anderen Affären Briatores - erst kürzlich wurde seine Yacht wegen angeblicher Steuerhinterziehung von italienischen Behörden beschlagnahmt - bemerkenswert.

Aufrichtige moralische Bedenken bei der Personalie Briatore wird Ecclestone wohl dennoch nicht haben.

Einerseits hat Ecclestone selbst unzählige Kontroversen ausgestanden, andererseits hat seine enge Freund- und Geschäftspartnerschaft zu Briatore durch "Crashgate" offensichtlich nicht groß gelitten.

Obwohl Ecclestone die ursprünglich lebenslange Verbannung Briatores im Weltrat der FIA mittrug, offenbarte er danach, dass er die Strafe "ziemlich hart" fand und dass Briatore auch mit einem "Klaps auf die Hüfte" hätte davonkommen können, hätte er "diese Sache" nicht so "schlecht gehandhabt".

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