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Mark Webber feierte 2002 in Melbourne im Minardi sein GP-Debüt © getty

Lewis Hamilton steht aufgrund seiner umstrittenen Fahrweise weiter in der Kritik. Nun stellt ihn Routinier Mark Webber an den Pranger.

Schanghai - Die Kritik an McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton reißt nicht ab.

Nach den Toyota-Teamkollegen Timo Glock und Jarno Trulli sowie BMW-Sauber-Fahrer Robert Kubica hat nun auch Mark Webber das Verhalten des in der WM-Wertung führenden Briten auf der Rennstrecke getadelt.

"Wenn jemand an seinem rechten Hinterrad gewesen wäre, dann hätte es gekracht. Er konnte die erste Kurve nicht schaffen", sagte der Australier in Diensten von Red Bull über Hamiltons Verhalten in Fuji im Vorfeld des Großen Preises von China in Schanghai.

"Ich möchte nicht auf Hamilton einschlagen, aber es geht darum, wie man damit weitermacht. Tiger Woods lernt. Roger Federer lernt. Auch Lewis geht nun durch diese Phase", so Webber.

Bestrafung nach Blockade

Hamilton hatte beim Großen Preis von Japan am vergangenen Sonntag mit aller Macht versucht, das verlorene Start-Duell gegen den finnischen Weltmeister Kimi Räikkönen (Ferrari) wieder wettzumachen und dabei für gleich mehrere Kontrahenten die Kurveneinfahrt blockiert.

Anschließend war er mit einer Durchfahrtsstrafe belegt worden.

"Es muss nicht immer so laufen"

Man müsse bedenken, dass schnell eine Tragödie passieren könne, meinte Webber weiter: "In Monza starb ein Streckenposten, als einige in der Bremszone die Spur wechselten. Es ist schwierig, die Linie zu wechseln, wenn man nicht weiß, was kommt. Er ist ein phänomenales Talent, aber seine respektierten Kollegen sagen einfach manchmal: 'Kumpel, es muss nicht immer so laufen.'"

Auch Trulli, der in Fuji von Hamilton behindert worden war, kritisierte den 23-Jährigen. "Ich führte das Rennen an, er war überrundet und hielt mich zwei Runden lang auf", sagte der Italiener: "Das kostete mich anderthalb Sekunden. Lewis sah nicht in die Spiegel. Er hätte mehr darauf achten sollen, denn er war ja mehr oder weniger aus dem Rennen raus. Ich verstehe nicht, was er gemacht hat."

Deutsche Unterstützung für Hamilton

Allerdings erhielt der Silberpfeil-Star in Schanghai auch Unterstützung. Unter anderem hatten BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld und Nico Rosberg (Williams-Toyota) ihr Unverständnis für die Durchfahrtsstrafe in Japan gegen Hamilton zum Ausdruck gebracht.

Der Brite habe in der ersten Kurve ein normales Rennverhalten gezeigt, so der Tenor der drei Deutschen.

Ecclestone ruft zur Fairness auf

Unterdessen hat Formel-1-Chef Bernie Ecclestone zur Fairness im WM-Dreikampf zwischen Hamilton, Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) und Kubica aufgerufen.

"Natürlich wollen wir harten und engen Rennsport, aber es soll fair bleiben. Die Fahrer sollen nicht in Gefahr geraten. Ein Großteil der Welt schaut zu und erwartet den Ausgang dieser spannenden Meisterschaft. Wir möchten nicht, dass das durch schmutzige Tricks kaputtgemacht wird", sagte der Brite.

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