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Lewis Hamiltons Titelträume endeten 2007 ausgerechnet im Kiesbett von Schanghai © imago

Der WM-Leader dominiert das Freie Training beim vorletzten Saisonrennen in Schanghai. Doch halten seine Nerven dem Druck stand?

Schanghai - Lewis Hamilton hat beim Showdown um den Formel-1-Titel in Schanghai den ersten Schlagabtausch mit Felipe Massa und Robert Kubica gewonnen - die Zweifel an seiner Titelreife bleiben jedoch.

Der britische McLaren-Mercedes-Pilot steuerte seinen Silberpfeil zwar mit deutlichem Abstand in der Tagesbestzeit von 1:35,630 Minuten über die 5,451 Kilometer lange Strecke.

Renault-Teamchef Flavio Briatore glaubt aber nicht an Hamilton und stichelt gegen den WM-Führenden.

"Er und McLaren waren schon vergangenes Jahr gut darin, mit einem 17-Punkte-Vorteil bei noch verbleibenden zwei Rennen zu verlieren - das ist einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde wert", provozierte Briatore laut "Gazzetta dello Sport".

Weder Marsmensch noch Muhammad Ali

Der Italiener folgerte: "Wenn jemand so in das Guinness-Buch kommt, dann kann er das bei lediglich fünf Punkten Vorteil wiederholen. Meiner Meinung nach wird Massa den Titel gewinnen"

Hamilton werde den Titel erneut wegwerfen. "Er hat nichts gelernt, das haben wir in Japan gesehen. Ihm sollte man sagen, dass er ein Formel-1-Fahrer ist, kein Marsmensch. Er ist nicht Muhammad Ali. Er ist ein Jugendlicher, der noch seinen Wert zeigen muss", sagte Briatore.

Haug und Hamilton zuversichtlich

Hamilton selbst ist jedoch optimistisch: "Besser kann man ein Grand-Prix-Wochenende kaum beginnen, und ich bin jetzt erst recht zuversichtlich für das Wochenende", sagte er.

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug strahlte angesichts der starken Vorstellung seines Schützlings: "Ein erfolgreicher erster Trainingstag mit wirklich guten und sehr konstanten Rundenzeiten samt Bestzeit von Lewis. Das sah vielversprechend aus."

Jüngster Champion der Geschichte?

Der 23-Jährige liegt vor dem vorletzten Saisonrennen am Sonntag (Qualifying, Sa., 7.45 Uhr LIVE) mit 84 Punkten fünf Zähler vor dem Brasilianer Massa (Ferrari/79) und BMW-Sauber-Pilot Kubica (72) aus Polen.

Sollte Hamilton den Titel holen, würde er sich zum jüngsten Weltmeister in der Geschichte der Königsklasse krönen.

Erzrivale Alonso erneut stark

Die beiden WM-Rivalen konnten mit dem starken Auftritt des zuletzt wegen seines rabiaten Fahrstils scharf kritisierten Hamilton nicht mithalten.

Massa belegte zwar den zweiten Platz, hatte aber mit knapp vier Zehnteln einen deutlichen Abstand. Kubica kam nicht über Platz neun hinaus. Dritter wurde der Sieger der vergangenen beiden Rennen, der Spanier Fernando Alonso (Renault).

Enttäuschung bei Kubica

Trotz des kleinen Dämpfers blickt auch Massa zuversichtlich auf Qualifying und Rennen. Zufrieden sei er mit dem ersten Tag in China, sagte er.

Kubica war enttäuscht: "Ich bin mit der Fahrzeugbalance noch nicht zufrieden, die Reifenhaftung ist insgesamt gering. Es gibt noch eine Menge zu tun."

Deutsche abgeschlagen

Die fünf deutschen Piloten fuhren hinterher.

Am besten schnitt noch Kubicas Teamkollege Nick Heidfeld als Elfter ab, direkt dahinter reihten sich Nico Rosberg (Williams-Toyota) und Timo Glock (Toyota) ein.

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