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Lewis Hamilton hat nun sieben Punkte Vorsprung auf Felipe Massa © getty

Souveräner Sieg von Lewis Hamilton beim China-GP. Doch Felipe Massa hält sich eine Chance fürs Saisonfinale offen

Schanghai - Matchball vergeben, Showdown in Sao Paulo: Lewis Hamilton hat den WM-Titel nach einem eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg im McLaren-Mercedes in Schanghai praktisch in der Tasche.

Doch auf seine Krönung zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten muss der Brite bis zum WM-Finale am 2. November beim Großen Preis von Brasilien warten.

Nach dem Triumph in China hat der 23-jährige Hamilton sieben Punkte Vorsprung auf seinen einzigen WM-Rivalen Felipe Massa aus Brasilien, der im Ferrari den zweiten Platz belegte.

Dritter wurde Weltmeister Kimi Räikkönen aus Finnland im Ferrari, der Massa sieben Runden vor Schluss überholen lassen musste.

"Gott war mit uns"

"Der liebe Gott war das ganze Wochenende mit uns. Das Auto war perfekt, ich danke allen im Team", sagte Hamilton.

Und was ist mit dem großen Druck, der auf ihm lastete?

"Es war alles ganz einfach, alles hat gepasst. Wir waren von Runde zu Runde schneller, und ich habe keinen Fehler gemacht", meinte der Silberpfeil-Pilot.

Keine Breitseite gegen die Roten

Keine bösen Worte gab es von Hamilton wegen der dilettantisch vorgeführten Ferrari-Teamorder. Alles andere hätte ihn verwundert, meinte der Brite nur: "Mir war klar, dass Kimi irgendwann Felipe noch vorbeilassen würde."

Hamilton würde in Brasilien schon ein fünfter Platz zum Titelgewinn reichen, unabhängig davon, welchen Rang Massa belegt. Der Brasilianer muss seinerseits mindestens Zweiter werden, um überhaupt noch eine Chance zu haben.

Die beiden Titelkandidaten haben vor dem 18. und letzten WM-Lauf 2008 jeweils fünf Siege auf dem Konto.

Frustration bei Massa

Massas Gesichtsausdruck nach der China-Woche sprach Bände, innerlich scheint er die Titelhoffnungen offenbar schon begraben zu haben.

"Wir waren heute zu langsam, Lewis hatte das bessere Auto", sagte der Brasilianer. Er sei absolut am Limit gefahren und trotzdem nicht näher an seinen großen Rivalen Hamilton herangekommen.

Die Kampfansage vor seinem Heimspiel klingt deshalb eher nach einer Durchhalteparole: "Ich habe es weiter in der Hand. Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, gebe ich nicht auf."

Schlechte Erinnerungen

Hamilton hatte in Schanghai seinen ersten Matchball zum Titel. Um eine vorzeitige WM-Entscheidung herbeizuführen, hätte er sechs Punkte mehr als Massa holen müssen.

In der vergangenen Saison hatte Hamilton in den letzten beiden Rennen einen 17-Punkte-Vorsprung noch aus der Hand gegeben und wurde in Sao Paulo quasi auf der Zielgeraden noch von Räikkönen abgefangen.

Heidfeld bester Deutscher

Bester der fünf deutschen Fahrer war der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der im BMW-Sauber den fünften Platz hinter dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso im Renault belegte. Der Spanier hatte die beiden Rennen davor in Singapur und Fuji gewonnen.

Heidfelds Teamkollege Robert Kubica (Polen), der vor Schanghai noch WM-Chancen besaß, hat sich nach dem sechsten Platz endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet.

Nur noch Glock in den Punkten

Timo Glock holte im Toyota als Siebter noch zwei WM-Punkte, Shootingstar Sebastian Vettel ging als Neunter im Toro Rosso leer aus.

Nico Rosberg kam im Williams nicht über Position 15 hinaus, Adrian Sutischied im Force India aus.

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