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Zu Beginn des Rennens lag Kimi Räikkönen (v.) noch vor Felipe Massa © getty

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali will von einer Stallorder in Schanghai nichts wissen. McLaren reagiert süffisant.

München/Schanghai - Schon während des Rennens war klar, dass diese Szene hinterher für Gesprächsstoff sorgen wird: Felipe Massa überholt in der 49. Runde seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen, schiebt sich so auf Platz zwei und holt dadurch am Ende acht statt sechs Punkten.

Der Begriff "Teamorder" schoss vielen Beobachtern durch den Kopf. "Kimi war danach schnell genug, um vor Alonso zu bleiben", kommentierte McLaren-Teamchef Ron Dennis den plötzlichen Tempoverlust Räikkönens süffisant.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali wehrte sich gegen die Verdächtigungen: "Das ist lächerlich, auch nur daran zu denken. Dann könnte ich auch nach Hockenheim fragen, wo Kovalainen Hamilton vorbeigelassen hat. Da ist auch nichts passiert. Es war normaler Rennsport. Man muss hier nichts fabrizieren, wenn es nichts zu sagen gibt."

Sport1.de hat weitere Stimmen zum China-Grand-Prix zusammengestellt:

Lewis Hamilton (McLarenMercedes, Platz eins):

"Es war unvermeidbar, dass Kimi Felipe vorbei lassen würde. Das war überhaupt nicht hart. Wenn du an der Spitze bist und diesen Vorsprung hast, geht es nur darum, einen ruhigen Kopf zu behalten."

"Ich erwischte einen großartigen Start, einen der besten, den wir dieses Jahr hatten. Ich kam ohne Probleme in die erste Kurve, ging es die ersten paar Kurven locker an und begann dann, einen Vorsprung herausfahren. Glücklicherweise waren wir sehr konstant, jede Runde war schneller. Ich war in der Lage, einen Vorsprung herausfahren. Von da an war es eine ziemlich saubere Fahrt. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung der Meisterschaft und in Richtung meines Traums."

Norbert Haug (Mercedes-Sportchef):

"Die Zuschauer haben genauso gut gewusst wie ich, was da passieren wird... Wir haben schon mal eine Untersuchung in Monaco erlebt. Wir haben damals keine Strafe gekriegt, das muss man auch festhalten. Ich glaube nicht, dass da etwas gemacht wird. Das ist nicht mein Thema. Ich bin bei Mercedes-Benz und nicht bei der FIA."

Felipe Massa (Ferrari, Platz zwei):

"Ich hatte keinen guten Start, hatte etwas durchdrehende Räder, auch wenn auf meiner Seite nicht viel Haftung vorhanden war. Dann blieben wir einfach auf derselben Position. Wir sahen, dass Lewis zu Beginn des Rennens etwas stärker war. Er war das gesamte Wochenende über stärker. Für die Fahrerwertung ist dies nicht fantastisch, aber für die Konstrukteurswertung ist dies sehr gut. Es ist sehr wichtig, um die Konstrukteurswertung zu kämpfen und es war gut, daran zu denken. Ich habe versucht, um die Fahrerwertung zu kämpfen, aber das war heute nicht möglich."

Kimi Räikkönen (Ferrari, Platz drei):

"Wir wissen, was wir als Team wollen, und das haben wir auch getan. Das ist in dieser Situation normal. Ich weiß, was das Team erwartet und was wir wollen, das ist Rennsport. Ich habe nichts zu verlieren oder zu gewinnen - ich fahre für das Team."

Rob Smedley (Massas Renningenieur):

"Es gab keine Teamorder. Ich erwarte keine Untersuchung. Felipe hat Kimi fair auf der Rennstrecke geschlagen. Felipe hatte in den ersten Runden des zweiten Stints Probleme mit Graining des weicheren Reifens. Das wurde mit den harten Reifen besser. Kimi hatte in der langgezogenen Kurve Untersteuern und Felipe überholte ihn aus dem Windschatten heraus."

Nick Heidfeld (BMW-Sauber, Platz fünf):

"Ich bin zufrieden mit diesem Rennen heute. Beim Start konnte ich Boden gutmachen. Später im Rennen habe ich die Drehzahl zurückgenommen, um den Motor für Brasilien zu schonen. Es ist eine Tatsache, dass wir jetzt keine Chance mehr haben, den Konstrukteurstitel zu holen, und Robert ist auch beim Fahrertitel aus dem Rennen. Aber wir sollten nicht zu enttäuscht sein. Wir hatten eine fantastische dritte Saison und vor allem Robert hatte ein sehr gutes Jahr ? und es ist noch nicht vorbei."

Robert Kubica (BMW-Sauber, Platz sechs):

"Nach einem schwierigen Qualifying kann ich mit Rang sechs zufrieden sein. Die Balance meines Autos war in den ersten beiden Stints nach wie vor nicht gut, sie besserte sich erst, als wir zum Schluss die weichen Reifen aufgezogen hatten. Ein Rennen steht noch aus, und ich werde nun alles daran setzen, meinen dritten Platz in der Fahrer-Wertung gegen Kimi Räikkönen zu verteidigen."

Sebastian Vettel (Toro Rosso, Platz neun):

"Während des ersten Stopps hatten wir ein Problem mit dem linken Vorderreifen, der nicht runterging. Ich denke, das kostete mich eine Platzierung in den Punkten. Platz neun ist eigentlich nicht schlecht, aber es ist der frustrierende Platz, genau hinter den Punkterängen. Jetzt freuen wir uns auf Brasilien."

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