"Let Michael pass for the championship", hieß es 2002 in Österreich und der Stein des Anstoßes kam ins Rollen.

In der Folge von Schumachers fünfter Weltmeister-Saison wurde Stallorder, also Anweisungen an die Piloten, welche den Ausgang eines Rennens manipulieren, in der Formel 1 offiziell verboten.

Was die Teams natürlich nicht daran hindert, ihren Fahrer dennoch zugunsten des maximalen Erfolges vorab hinter verschlossenen Türen entsprechende Anweisungen zu erteilen.

So war zu erwarten, dass WM-Kandidat Felipe Massa in China früher oder später seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen überholen würde.

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Wobei es letztlich keinen Unterschied macht, ob alle Welt dem entscheidenden Funkspruch lauschen kann, oder jeder schon vorher weiß, dass das Vorgehen abgesprochen ist. Oder ob das Ganze etwas eleganter an der Box hätte gelöst werden können.

Ferrari wählte die Holzhammer-Methode: Räikkönen wurde von Runde zu Runde langsamer und ging in Umlauf 49 absichtlich früh vom Gas, um Massa passieren zu lassen - aus freien Stücken selbstverständlich, ein Weltmeister kennt die Regeln.

Als Fernando Alonso dem Finnen anschließend gefährlich nahe kam, konnte der "Iceman" wundersamerweise dann wieder mächtig Gas geben. "Wir haben als Team gearbeitet", sagte Räikkönen nur zu der umstrittenen Szene.

Anhand des aktuellen Reglements kann man ihn dafür nicht bestrafen. Folgerichtig legte das McLaren-Mercedes-Team auch keinen Protest gegen die Wertung des Rennens ein.

Angesichts der so oft unterstellten Nähe der Scuderia Ferrari zur FIA muss man sich allerdings fragen, was passiert wäre, hätte McLaren mit vergleichbarem Vorgehen in Schanghai vorzeitig den Titel geholt.

Hätte man die Silberpfeile bestraft, um Fans, Fernsehen und Geldgebern ein Saisonfinale ohne sportlichen Wert zu ersparen?

Die Antwort kann nur heißen: hoffentlich nicht.

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