vergrößernverkleinern
Robert Kubica startet seit 2006 für das BMW-Sauber-Team © getty

BMW ärgert sich nicht lange über Robert Kubicas verpasste WM-Chance. Nun gilt die volle Konzentration der Planung für 2009.

Von Andreas Kloo

München - Robert Kubica hat sich zwar nach dem China-Grand-Prix aus dem WM-Titelrennen verabschiedet.

Aber der Pole trauert der verpassten Chance nicht lange hinterher. "Die Enttäuschung war gestern da. Es war klar, dass man vom elften Startplatz nicht mehr in den WM-Kampf eingreifen kann, wenn vorne nicht etwas ganz Verrücktes passiert", beschrieb Kubica seine Gefühlslage.

BMW-Sauber war ohnehin nur als Außenseiter in die Saison gegangen. Mit Titelchancen hatten nur die kühnsten Optimisten gerechnet.

Kampf um Platz drei gegen Räikkönen

"Wir sollten nicht zu enttäuscht sein. Wir hatten eine fantastische dritte Saison und vor allem Robert hatte ein sehr gutes Jahr ? und es ist noch nicht vorbei", zog Nick Heidfeld dennoch eine positive Bilanz.

In der Tat hat Kubica für das Abschlussrennen in Sao Paulo noch ein großes Ziel: "Ich werde nun alles daran setzen, meinen dritten Platz in der Fahrer-Wertung gegen Kimi Räikkönen zu verteidigen." Sechs Punkte liegt Kubica vor dem Ferrari-Piloten.

Seit 2007 dritte Formel-1-Kraft

Es wäre die erste Podestplatzierung in der Einzelwertung für einen BMW-Sauber-Piloten - ein historischer Erfolg.

Überhaupt ging es für das Team stetig nach oben, seit BMW 2006 die Mehrheit am Sauber-Rennstall übernahm.

Im ersten Jahr erreichten die Weiß-Blauen Platz fünf in der Konstrukteurswertung, 2007 etablierte man sich als dritte Kraft in der Formel 1 hinter McLaren-Mercedes und Ferrari. Dank der Annullierung der McLaren-Punkte wegen der Spionage-Affäre holten sich die Münchner sogar Rang zwei bei den Teams.

"Wollen um den Titel kämpfen"

Am 8.6.2008 folgte dann der bislang größte Erfolg in der Teamgeschichte: In Montreal feierten Robert Kubica und Nick Heidfeld einen Doppelsieg.

Für 2009 plant BMW nun den ganz großen Wurf. "Wir wollen um den WM-Titel mitkämpfen", kündigt Motorsportdirektor Mario Theissen an.

Auf und Ab bei Heidfeld

Einige Kritiker zweifelten in den letzten Monaten bereits daran, ob man solch ambitionierte Ziele mit Heidfeld erreichen könne.

Zu unkonstant waren die Vorstellungen des Mönchengladbachers in dieser Saison: 14. in Monte Carlo, 2. in Montreal, 13. in Magny-Cours, 2. in Silverstone. Heidfelds Leistungen glichen einer Berg- und Talfahrt.

Dennoch hielt BMW letztlich an ihm fest. Gerüchten zufolge bekam Heidfeld allerdings die Zusage nur, weil sich BMW mit Alonso nicht einigen konnte. Der Spanier bestreitet dies vehement.

Timing für 2009 stimmt

BMW hat nun gegenüber den Konkurrenten Ferrari und McLaren einen entscheidenden Vorteil. Während das Führungsduo sich voll und ganz auf das letzte Rennen in Brasilien konzentrieren muss, können die Bayern bereits ihre Energie in die Weiterentwicklung Richtung 2009 stecken.

"Wir liegen mit dem Design im Plan und mit der Aerodynamik-Entwicklung im Ziel-Korridor, den wir uns vorgenommen haben", sagt Theissen zum derzeitigen Stand.

Kontinuität als BMW-Stärke

Langfristige, kontinuierliche Fortentwicklung scheint BMW ohnehin besser zu liegen als die Konzentration auf ein einziges Rennen. Das zeigte sich in China.

Eigentlich wollte das Team Kubicas Auto für das Rennen in Schanghai optimieren. Doch genau das Gegenteil war der Fall, wie der Pole berichtete: "Vor dem Qualifying haben wir einige Änderungen vorgenommen, doch leider hatten diese keine positiven, sondern negative Auswirkungen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel