vergrößernverkleinern
Viel rauch für nichts: In Valencia eritt Räikkönen einen Motorschaden © imago

So reibungslos wie beim China-GP verlief in diesem Jahr selten ein Formel-1-Rennen. Sport1.de erinnert an die spektakulärsten Szenen der Saison.

Von Manuel Krons

München - Dass es so einfach sein kann, ein Formel-1-Rennen zu gewinnen, hatten vermutlich die meisten schon vergessen.

Lewis Hamiltons ungefährdete Siegesfahrt am Sonntag in Schanghai rief es allen Beteiligten eindrucksvoll ins Gedächtnis zurück. Pole Position, schnellste Rennrunde, 1. Platz: scheinbar ein Kinderspiel. Und die Ferrari-Konkurrenz konnte nur machtlos hinterherfahren.

Doch der Große Preis von China gehört damit eher zu den Ausnahmeerscheinungen in dieser Saison. Denn meist krönte eine Orgie aus Pannen, Strafen und Patzern unverhofft einen lachenden Dritten zum Sieger.

Sport1.de nennt die denkwürdigsten Ereignisse aus 2008 und zeigt, warum man auch beim Finale in Brasilien den Chaos-Faktor auf der Rechnung haben sollte.

Monaco: Räikkönen schießt Sutil ab

Schon am Start geht bei Ferrari einiges schief: Während das Fahrerfeld auf die Einführungsrunde geht, bleibt Kimi Räikkönen stehen und muss daher aus der Boxengasse starten. Im Regen von Monte Carlo verbremst sich der Finne kurz vor Schluss spektakulär und fährt dem Force-India-Boliden von Adrian Sutil ins Heck. Sutil scheidet aus, Räikkönen fällt von Platz fünf auf den neunten Rang. Damit verpasst er die Punkteränge.

Geschätzter Punktverlust: 4

Kanada: Hamilton übersieht rote Ampel

In Montreal kommt es zu einem kuriosen Zwischenfall: Lewis Hamilton übersieht die rote Ampel in der Boxengasse und fährt seinem davor wartenden WM-Konkurrenten Räikkönen ins Heck. Beide müssen das Rennen daraufhin aufgeben. Der Spott ist Hamilton für Tage sicher.

Geschätzter Punktverlust: 8-10 für beide

Großbritannien: Massas Regentanz

In einem Chaos-Rennen im Regen sorgt dieses Mal der Brasilianer für Kopfschütteln. Gleich sechs Mal dreht sich der Brasilianer im Ferrari auf der Strecke und lässt ernsthafte Zweifel an seiner WM-Tauglichkeit aufkommen.

Geschätzter Punktverlust: 3-5

Ungarn: Ferraris Motorplatzer

Zwei Runden vor Schluss scheidet Felipe Massa beim Großen Preis von Ungarn in Führung liegend mit einem Motor-Defekt aus. Beim folgenden Grand Prix in Valencia quittiert das Aggregat seines Teamkollegen Räikkönen vorzeitig den Dienst.

Geschätzter Punktverlust: 10

Europa: Tanktrottel, die Erste

In Valencia kommt es zur ersten peinlichen Tankpanne der Scuderia. Bei seinem zweiten Stopp fährt Räikkönen zu früh los und reißt mit dem Tankrüssel, der noch im Auto steckt, ein Crew-Mitglied um. Der Mechaniker ist leicht verletzt. Kurz darauf versagt Räikkönens Motor.

Geschätzter Punktverlust: 5

Belgien: Das Duell

Hamilton und Räikkönen liefern sich auf der vorletzten Runde in Spa einen beinharten Kampf. Hamilton überholt den "Iceman" in der Busstop-Schikane, indem er eine Abkürzung nimmt. Hamilton lässt Räikkönen zunächst wieder vorbei um ihn dann wieder zu überholen. Der Finne verliert wenig später die Kontrolle über seinen Ferrari und setzt ihn vor die Mauer. Sein McLaren-Gegner nutzt die Gelegenheit und fährt völlig ungefährdet zum Sieg. Doch wegen des Manövers in der Schikane bekommt Hamilton nachträglich eine Zeitstrafe aufgebrummt und fällt dadurch auf Rang drei zurück.

Punktverlust: Hamilton 4, Räikkönen 8

Singapur: Tanktrottel, die Zweite

In Singapur macht sich die Ferrari-Mannschaft endgültig zum Gespött der Boxengasse: Eine Panne mit der neuen - teameigenen - Boxenstopp-Ampel sorgt dafür, dass Massa samt Tankschlauch davon fährt. In einem grotesken Schauspiel nehmen die Mechaniker zu Fuß die Verfolgung auf und können nach einiger Zeit den Fremdkörper aus Massas Gefährt entfernen.

Geschätzter Punktverlust: 8-10

Japan: Das Strafenfestival

In Fuji spricht die Rennleitung drei Strafen nach Überholmanövern aus. Neben Sebastien Bourdais (Toro Rosso, Zeitstrafe) sind auch die WM-Kontrahenten Hamilton und Massa betroffen. Hamilton geht am Start hart gegen Räikkönen zu Werke. Kurze Zeit später treibt es Massa auf die Spitze: Bei seinem Überholvorgang gegen den WM-Leader berührt er dessen Auto und dreht diesen um 180 Grad. Für beide Aktionen gibt es eine umstrittene Durchfahrtstrafe. Nicht nur die beteiligten Piloten verstehen die Welt nicht mehr.

Geschätzter Punktverlust: beide 5

Addierte Verluste über die Saison:

Lewis Hamilton: 17-19 Punkte

Felipe Massa: 16-20 Punkte

Kimi Räikkönen: ca. 25 Punkte

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel