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Das Angstbild von McLaren-Mercedes: Lewis Hamilon im Kiesbett © imago

Lewis Hamiltons Lager befürchtet einen Abschuss des WM-Leaders beim Saisonfinale, Ferrari hingegen werde keiner den Sieg nehmen.

Von Michael Spandern

München - Der Vorsprung ist vermeintlich beruhigend: Sieben Punkte Vorsprung hat Lewis Hamilton vor dem Saisonfinale der Formel 1.

Schon ein fünfter Platz in Sao Paulo würde dem Silberpfeil-Piloten genügen, um sich zum Weltmeister zu küren und Fernando Alonso als jüngster Champion aller Zeiten abzulösen.

Doch trotz Hamiltons Bravourstück am Sonntag in Schanghai, als er von der Pole Position aus souverän zum Sieg fuhr und die schnellste Rundenzeit in den Asphalt brannte, geht Sorge um im Lager von McLaren-Mercedes.

Weniger Widerstand für Ferrari

"Es passiert sehr schnell, dass man ein Rennen nicht beendet", unkte daher Martin Whitmarsh, der Geschäftsführer von McLaren-Mercedes. "Und niemand geht hin und besiegt mal eben Ferrari in Brasilien", führte er aus.

Bei Hamilton werde die Konkurrenz dies aber mit allen Mitteln versuchen, vermutet sein Team.

Und das nicht nur, weil Alonso bemerkte, er würde lieber den letzten verbliebenen Mitstreiter um den Fahrer-Titel, Felipe Massa, als Weltmeister sehen und sich eventuell dafür einzusetzen.

"Das wird so weitergehen"

Norbert Haug geht davon aus, dass auch andere versuchen, Hamilton vom Kurs abzubringen: "Man hat zum Teil mit vereinten Kräften versucht, ihn aus der Konzentration zu bringen. Das wird in Brasilien auch so weitergehen", sagte der Mercedes-Sportchef.

"Die Nicht-Freunde im Feld haben ja schon angedroht, was sie alles machen werden", ergänzte Haug larmoyant.

Mit seiner kompromisslosen Fahrweise und einigen umstrittenen Manövern hat sich der 23-Jährige etliche Sympathien verscherzt.

Alonso fände Titel für Hamilton verdient

Doch zumindest Alonso hat er in Schanghai von seinem sportlichen Können überzeugt und anscheinend zum Umdenken hinsichtlich des WM-Showdowns gebracht.

"Er war der Schnellste im Training, hat sich die Pole Position und den Sieg im Rennen geholt" sagte der Renault-Pilot der spanische Zeitung "El Pais". "Es steht außer Frage, dass er sich den Titel verdient hat." Schließlich werde "die Weltmeisterschaft immer vom besten Fahrer gewonnen".

An den Grand-Prix von China solle Hamilton nun am 2. November anknüpfen, fordert McLaren-Chef Ron Dennis. "Genau so musst du nach Brasilien reisen. Behalte bloß diese Disziplin!", mahnte er Hamilton.

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