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Force-India-Pilot Adrian Sutil bestritt bislang 26 Formel-1-Rennen © getty

Adrian Sutil hofft in der Formel 1 auf den Durchbruch. Der Deutsche äußert sich im "Interview der Woche" über sein Material, Hamilton und seine späteren Ziele.

Das Gespräch führte Conny Konzack

München - Beim Monaco-Grand-Prix stand Adrian Sutil vor seinem bis dahin größten Erfolg in seiner Formel-1-Karriere. Auf Platz vier liegend wurde der Force-India-Pilot von Weltmeister Kimi Räikkönen "abgeschossen" und musste das Rennen aufgeben.

Doch sonst lief es für den 24-jährigen Deutschen nicht so gut. Die Bilanz ist bescheiden.

Sutil, der gern hübschen Mädchen nachschaut und auch grandios Klavier spielt, fehlt im Gegensatz zu seinem Freund Lewis Hamilton noch der Durchbruch in der "Königsklasse".

Im "Interview der Woche" äußert sich Sutil über seinen Material-Nachteil, Lewis Hamilton und spätere Ziele.

Sport1: Adrian, wo wären Sie mit chancenreicherem Material jetzt bei Halbzeit der Formel-1-Saison?

Adrian Sutil: Sicherlich weiter vorne. Aber das ist nun mal nicht so. Was wäre wenn zählt nicht. Ich muss mit dem klarkommen, was ich habe.

Sport1:Tatsache ist: Sie duellierten sich mit dem jetzigen Formel-1-Spitzenreiter Lewis Hamilton jahrelang in unteren Klassen auf absolut gleichem Niveau. Er kämpft aber schon zum zweiten Male um die WM-Krone, sie fahren hinterher. Kommt da kein Neid auf?

Sutil: Nein, ich gönne Lewis die Erfolge. Wer weiß, wie es wäre, wenn wir mit absolut gleichem Material um die Weltmeisterschaft fahren würden...

Sport1: ...wären sie dann noch die besten Freunde?

Sutil: Absolut. Lewis ist mein einziger echter Freund in der Formel 1. Wir testen ja auch viel gemeinsam mit unserem Team, reisen oft zusammen und gehen oft essen.

Sport1: Gibt er Ihnen Tipps? Sozusagen von oben...?

Sutil: Nein, das braucht er nicht.

Sport1: Klopfen Ihnen als Newcomer denn wenigstens die anderen, etablierten Fahrer auf die Schulter?

Sutil: Nein, das nicht gerade. Das erwarte ich in einer Branche, in der selbst Teamkameraden gegeneinander um ihre WM-Position kämpfen, auch gar nicht. Wie mich all die anderen sehen, weiß ich nicht. Wir grüssen uns alle nur mit einem Hallo, wenn wir uns im Fahrerlager sehen. Aber ehrlich gesagt. Für viel mehr bleibt ja auch gar keine Zeit. Jeder ist das ganze Rennwochenende permanent mit sich uns seinem Team beschäftigt.

Sport1: Was sind denn nach eineinhalb Jahren für Sie die wichtigsten Erkenntnisse in der attraktivsten PS-Branche?

Sutil: Ich habe vor allem alle Abläufe gelernt, auf was die Mechaniker achten, wie die Gesetzmäßigkeiten sind. Und dass ich mit dem Material, das ich derzeit bei Force India habe, nicht in der Spitze fahren kann, wusste ich ja vorher.

Sport1: Aber man vergisst fast, dass Ihnen kein geringeres als das Mercedes-Team im vergangenen Jahr schon ein Angebot gemacht hatte. Auch wenn dann Kovalainen vorgezogen wurde.

Sutil: Stimmt! Und das hat mich auch sehr geehrt. Ein Vertrag kam zwar nicht zustande, aber wer weiß...

Sport1: Es gäbe ja von den deutschen Teams noch BMW?

Sutil: Ja, das wäre auch was - für mich als Münchner! Das BMW-Team ist gut aufgestellt und immer erfolgreicher. Die sind nicht mehr nur dritte Kraft, sondern eine der drei Besten. Ein sehr interessantes Team!

Sport1: Was ist Ihr Ziel in der Formel 1?

Sutil: Die WM natürlich, daran hat sich nichts geändert. Am besten im Duell gegen Lewis. Da wird?s hart zugehen, aber an unserer Freundschaft nichts ändern. Fahrerisch sehe ich uns gleich.

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