Der Weltverband FIA setzt mit dem (Nicht-)Urteil in der Stallorder-Affäre um Ferrari die Glaubwürdigkeit der Formel 1 aufs Spiel und vergibt eine große Chance.

Die Sitzung des World Motor Sport Council der FIA am Mittwoch brachte schlechte Neuigkeiten. Die Scuderia Ferrari wird für ihr unsportliches Verhalten am Hockenheimring nicht weiter bestraft.

Das (Nicht-)Urteil des Weltverbandes gefährdet die nach zahlreichen Skandalen ohnehin schon angekratzte Glaubwürdigkeit der gesamten Formel 1.

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Die Botschaft von Paris lautet: Teamorder ist verboten, aber wer dagegen verstößt, kommt fast ungeschoren davon. Eine Geldstrafe von 100.000 Dollar löst zumindest bei den Top-Mannschaften nur ein Schulterzucken aus.

Dass man ankündigte, die Regel zum Verbot der Stallorder zu überdenken, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die FIA hat offenbar erkannt, dass sie sich früher oder später tatsächlich wird entscheiden müssen: Verbot oder Freigabe.

Bis das geschieht, wird der Präzedenzfall Ferrari als Vergleich herhalten müssen. Hier hätte die FIA ein Signal setzen können, dass man die eigenen Regeln ernst nimmt und kompromisslos durchsetzt.

Die Chance, für klare Verhältnisse zu sorgen, hat sie jedoch zunächst einmal vertan. Die jetzige Handhabung lädt Nachahmer geradezu ein, die laxe Sportgerichtsbarkeit auf die Probe zu stellen.

Zudem drängt sich der Verdacht auf, dass man in Paris - wie schon so oft in der Vergangenheit - nicht zum Wohle des Sports, sondern des Geschäfts urteilte. Schließlich ist eine Weltmeisterschaft mit einem Ferrari-Piloten unter den Titeljägern mehr wert als ohne. Gerade wenige Tage vor Monza.

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