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Bernie Ecclestone wird am 28. Oktober 2010 stolze 80 Jahre alt © getty

Der Formel-1-Boss spricht sich für eine Abschaffung des Teamorder-Verbots aus. Es sei ohnehin nicht zu kontrollieren.

München/Monza - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Abschaffung des Teamorder-Verbots gefordert.

"Diese Regel ist doch völlig verrückt - überhaupt nicht zu kontrollieren", sagte der 79 Jahre alte Brite im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus".

"Was ist denn überhaupt eine Teamorder? Etwas, das vielleicht eine halbe Stunde vor dem Rennen stattgefunden hat? Oder einen Monat vor dem Rennen? Oder wenn die Verträge unterschrieben werden? Alles völliger Blödsinn. Wenn man jemand zum Reifenwechsel reinholt - und plötzlich ein Sekündchen dabei länger braucht? In meinen Augen ist das alles Teamstrategie, die erlaubt sein sollte. Ich empfehle der FIA, diese Regel zurückzunehmen", so Ecclestone.

Artikel 39.1 wird überdacht

Der Automobil-Weltverband FIA hatte am Mittwoch die 100..000-Dollar-Strafe gegen Ferrari wegen einer Teamorder beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim bestätigt, aber keine weiteren Sanktionen ausgesprochen.

Stattdessen beauftragte das World Motor Sport Council des Weltverbandes die Arbeitsgruppe Sport damit, den Paragrafen 39.1 des Sportlichen Reglements ("Teamorder, die ein Rennresultat beeinflusst, ist verboten.") zu überdenken.

Forderung nach Kontinuität

Ecclestone sprach sich zudem für mehr Verlässlichkeit im Reglement aus.

"Diese permanenten Regeländerungen halten die Teams davon ab, Geld zu sparen. Insgesamt sollte man sagen, die Regeln von heute werden auch die nächsten zwei Jahre gelten. Wenn es nach mir ginge, würde man zum Beispiel das Motorenreglement auf Jahre einfrieren", sagte Ecclestone.

Kritik an Personal-Begrenzung

Die geplante Begrenzung des Team-Personals auf 380 Mitglieder ab 2011 kritisierte der Brite.

"Einem Team sollte erlaubt sein, so geführt zu werden, wie das Team es will. Solange sie es anständig machen, sollte sich da keiner einmischen", sagte er: "Ich lasse mir doch auch nicht in mein Business reinreden. Keiner lässt sich das gerne. Und glauben sie mir, sie werden einen Weg finden, wenn sie mehr Leute beschäftigen wollen."

Schumi "unglaublich mutig"

Außerdem verteidigte "Big Bernie" den zurückgekehrten Rekordweltmeister Michael Schumacher wieder einmal gegen alle Kritik.

"Ich denke erst einmal, dass es sehr mutig von ihm war zurückzukommen. Unglaublich mutig. Er ist immer noch hochtalentiert und super fit", sagte er: "Wenn man sich jetzt bei Michael vergegenwärtigt, dass er etwa drei Jahre weg war, dann stellt er sich sehr, sehr gut an. Deswegen sollte wirklich keiner von Michael enttäuscht sein."

Genauso wenig von Sebastian Vettel. "Er muss sich noch ein wenig entwickeln. Aber er wird sich entwickeln. Und er wird Weltmeister werden", sagte Ecclestone.

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