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Massa (r.) kam 2006 von Sauber zu Ferrari und Schumacher © getty

Den Titelkonkurrenten Hamilton und Massa ist der enorme Druck bei ihrem ersten Treffen in Sao Paulo deutlich anzumerken.

Sao Paulo - Lewis Hamilton strahlte über das ganze Gesicht, dann gab er seinem großen Rivalen Felipe Massa im Blitzlichtgewitter der Fotografen die Hand.

Die Titelrivalen bemühten sich, trotz aller Anspannung gelassen zu wirken, doch der enorme Druck war beiden beim ersten Aufeinandertreffen vor dem Formel-1-Finale am Sonntag (1. Training, Fr. 13 UhrLIVE) in Sao Paulo deutlich anzumerken.

Vor allem Massa, sonst immer für jeden Spaß zu haben, saß sehr nachdenklich in der ersten Reihe neben Hamilton und hörte genau zu, was der haushohe Favorit von sich gab.

Obwohl er aus eigener Kraft nicht Weltmeister werden kann, glaubt der Brasilianer ganz fest an seine Außenseiterchance.

"Das ist das wichtigste Rennen meines Lebens. Das Heimspiel ist für mich immer etwas Besonderes, aber diesmal noch mehr als jemals zuvor - ich habe schließlich die Chance, den WM-Titel zu gewinnen", sagt der Ferrari-Pilot.

Eine Nation und Schumi drücken die Daumen

Rund 100.000 Fans an der Rennstrecke und ein ganzes Land werden Massa am Sonntag die Daumen drücken.

Ein paar Tipps und aufmunternde Worte gab es von Michael Schumacher, einst Massas Lehrer bei Ferrari. Für Felipe sei der WM-Titel absolut noch in Reichweite.

"Ich war bekannt dafür, dass ich das Prinzip 'nie aufgeben' verfolgt habe", meint Schumacher auf seiner Homepage.

"Ich glaube fest an ihn"

Der Rekord-Weltmeister rät Massa deshalb zu kämpfen, bis es mathematisch keine Chance mehr gibt: "Und gerade wir Ferraristi haben letztes Jahr im Titelkampf gesehen, dass alles möglich ist, bis die Zielflagge gefallen ist."

Massa hat laut Schumacher zwei große Vorteile: "Er fährt vor heimischem Publikum, und er hat nichts zu verlieren. Er kann nur gewinnen, und ich glaube ganz fest an ihn."

Hamilton reicht Rang fünf

Silberpfeil-Star Hamilton wirkte ernster als sonst, dabei hält er alle Trümpfe in der Hand. Wie vor einem Jahr hat er sieben Punkte Vorsprung, ein fünfter Rang würde reichen, dann wäre der 23-jährige Brite jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten.

Noch einmal will er den Titel nicht auf der Zielgeraden verspielen. "Was ich in der vergangenen Saison durchgemacht habe, hat mir in diesem Jahr definitiv geholfen", meint Hamilton.

"Nur 100 Prozent geben"

Vor einem Jahr sei der Druck größer gewesen, sagt Hamilton. Er habe diese große Last auf seinen Schultern gespürt und dann Fehler gemacht.

Das soll ihm am Sonntag nicht nochmal passieren. Er habe gelernt, nicht kopflos zu agieren und nicht mit zu viel Risiko zu fahren. Hamilton: "Ich muss nur 100 und nicht 110 Prozent geben."

Besser nicht zurückschauen

Mit der Erinnerung an das Brasilien-Desaster 2007 will er sich nicht mehr beschäftigen.

"Warum soll ich mich mit dem Zurückschauen auf negative Dinge aufhalten? Was geschehen ist, ist geschehen. Aus und vorbei", sagt Hamilton.

Im zweiten Anlauf will er alles besser machen und sich die WM-Krone aufsetzen: "Ich weiß ja, dass ich zu jeder Zeit mein Bestes geben kann."

Auf Sennas Spuren

Doch Massa will ihm einen roten Strich durch die Rechnung machen, so wie Kimi Räikkönen 2007, als der Finne als lachender Dritter den Titel abstaubte.

Massa wäre der erste brasilianische Formel-1-Weltmeister seit Ayrton Senna 1991.

Vergleiche mit dem legendären Rennfahrer hört er nicht gerne: "Ich konzentriere mich auf das Rennen, mehr kann ich nicht tun. Man darf die Hoffnung niemals aufgeben."

Massa: "Ein Kindheitstraum"

Das schwere Erbe Sennas lastet auf seinen Schultern. Sollte er das Unmögliche möglich machen, werden sie ihm in Sao Paulo wohl ein Denkmal errichten.

Massa: "Wenn alles prima läuft, dann wird ein Kindheitstraum für mich wahr. Wenn nicht, versuche ich es in der kommenden Saison erneut."

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