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Nico Rosberg saß mit sechs Jahren zum ersten Mal in einem Kart © getty

Bei Sport1.de bilanziert Ex-Weltmeister Keke Rosberg die Saison 2008 und blickt in die Zukunft der attraktivsten Motorsportserie.

Von Conny Konzack

München - Früher kam seine Post unter der Adresse: "Keke Rosberg, Campingplatz Zell am See, Österreich" an.

Heute residiert er fürstlich in Monaco, ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und beendet jetzt - kurz vor seinem 60.Geburtstag - seine erste Saison als TV-Kommentator.

Im Sport1.de-Interview bilanziert der in Schweden geborene Finne Keijo Erik Rosberg die Formel-1-Saison 2008

Der Ex-Weltmeister blickt aber auch in die Zukunft der attraktivsten Motorsportserie.

Hier folgt der zweite Teil des Sport1.de-Interviews.

Sport1.de: Wie zufrieden waren Sie denn mit Ihrem Sohn Nico im Williams-Team, mit dem Sie vor 26 Jahren Weltmeister wurden?

Rosberg: Ich bin immer mit meinem Sohn zufrieden.... Nico hatte auch eine schwierige Saison, zog sich aber sehr gut aus der Affäre. Ich bin immer wieder überrascht, wie gut er sich benimmt, nie flucht oder ausflippt, welche Ruhe er zeigt und wie gut er mit den Medien umgeht. Reden und gleichzeitig zu denken ist nämlich nicht so leicht! Aber diesbezüglich hat er mich schon mit zwölf Jahren verblüfft - das muss er von seiner Mutter Sina haben...

Sport1.de: Sie waren dabei - wie empfanden Sie das erste Nachtrennen der Formel 1 in Singapur?

Rosberg: Alles in Singapur war extrem positiv, wenn man mal von dem sehr unebenen Streckenbelag absieht. Der war für mich gefährlich am Limit und ich kann nicht verstehen, dass die Formel 1-Bosse um Bernie Ecclestone von der erfolgreichen Strategie Abstand nahmen, dass sich ein neuer Kurs erst in kleineren Rennserien bewähren muss. Valencia musste doch auch erst ein Formel-3-Rennen veranstalten, bevor die Formel 1 auf dem Kurs ihre Jungfernfahrt unternehmen durfte. Da steht für 2009 noch viel Arbeit in Singapur an. Aber dahinter stecken nicht nur massive wirtschaftliche Aspekte, denn es war das Rennen des Jahres 2008...

Sport1.de: Was erwarten Sie von der Saison 2009?

Rosberg: Ähnliche Kräfteverhältnisse wie dieses Jahr, aber durch das neue Reglement sind Vorhersagen völlig offen. Vor allem das Energie-Rückgewinnungs-System KERS, das die Formel 1 ja aus den Serien-Autos übernimmt - früher war das umgekehrt - ist für mich noch bedenklich, weil es die Teams Hunderte von Millionen Euro kostet. Dabei will man doch gerade die Kosten senken. Ich bin sehr gespannt, wie sich die internationale Wirtschaftskrise auf die Formel 1 auswirkt.

Sport1.de: Apropos Kosten: Der umstrittene FIA-Chef Max Mosley träumt von Einheitsmotoren in der Formel 1, um den Teams Geld zu sparen. Was halten Sie davon?

Rosberg: Das ist ein schlechter Witz. Die Formel 1 lebt doch gerade von der Innovation und dem Einfallsreichtum der verschiedenen Teams. Das macht doch gerade die Würze dieser Rennserie aus!

Sport1.de: Bleiben Sie denn den deutschen Fans mit Ihren Fach-Kommentaren und Ihrer Kompetenz auch 2009 im TV erhalten?

Rosberg: Darüber verhandeln wir nach dem Finale in Brasilien, das ich übrigens erstmals aus dem Münchner Studio kommentiere. Aber mit meinem Dialog-Partner Peter Lauterbach vor Ort komme ich gut klar...wichtig ist nur, dass ich am Sonntag möglichst viele Background-Infos erhalte, die der Zuschauer sonst nicht hat.

Hier geht's zurück zum 1. Teil des Interviews

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