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Bruno Senno fuhr 2007 bereits beim zweiten GP2-Rennwochenende den ersten Sieg ein © getty

Im November testet Bruno Senna bei Honda ? im Kampf gegen drei Landsleute. Doch er hat noch eine andere Option.

Sao Paulo - Noch ist Felipe Massa der große Star der Formel 1 in Brasilien - aber ein neuer Hoffnungsträger steht bereit:

Bruno Senna, Neffe des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, hat gute Chancen, bereits 2009 in der Königsklasse an den Start zu gehen. "Ich bin recht zuversichtlich, dass es klappt", sagt der diesjährige Vizemeister der GP2-Serie.

Vom 17. bis 19. November besetreitet er in Barcelona seinen ersten Test in einem Formel-1-Auto - für Honda.

Dossier angefordert

"Ich hoffe, dass ich dann bei diesem Test den entscheidenden Leuten zeigen kann, dass ich wirklich reif für die Formel 1 bin", meint Bruno Senna.

Dass sich Honda sehr ernsthaft für den Brasilianer interessiert, zeigt sich schon allein daran, dass die Japaner bei iSport, Sennas Team in der GP2, ein umfangreiches Dossier über ihn anforderten.

Mindestens wie Glock

Für Senna wäre ein Wechsel zum japanischen Werksteam ein Traum.

Von einer Zusammenarbeit mit Technikchef Ross Brawn, einst das Superhirn hinter den WM-Titeln von Michael Schumacher, erst bei Benetton, dann bei Ferrari, verspricht er sich sehr viel: "Ich glaube, dass ich dort sehr schnell sehr viel lernen könnte. Es wäre ein idealer Einstieg für mich."

Dass Bruno Senna in der Formel 1 seinen Weg machen wird, davon ist iSport-Teamchef Paul Jackson nach einem Jahr Zusammenarbeit mit dem Brasilianer überzeugt.

Er schätzt ihn heute mindestens schon so hoch ein wie Timo Glock, der 2007 mit iSport Meister wurde: "Bruno wird immer besser, er lernt unglaublich schnell, kann seine geringe Erfahrung immer besser wettmachen. Er ist mit Sicherheit reif für die Formel 1."

Nicht über den Namen

Bislang gilt nur der Brite Jenson Button bei Honda als gesetzt. Für das zweite Cockpit gibt es gleich mehrere Anwärter neben Senna, und alle kommen aus Brasilien: Noch-Stammpilot Rubens Barrichello, der derzeitige Renault-Fahrer Nelson Piquet junior und der GP2-Pilot Lucas di Grassi.

Das alles scheint Senna nicht zu beunruhigen. "Je mehr Konkurrenz, desto besser. Ich will den Platz nicht geschenkt bekommen, sondern durch meine Leistung überzeugen."

Senna will es aus eigener Kraft in die Königsklasse schaffen und nicht mit Hilfe seines berühmten Namen, der manchmal auch eine Last sein kann.

Mehr Sponsoren als mancher F1-Pilot

Ausgerechnet in seiner Heimat Brasilien tauchte jetzt eine Geschichte auf, er wolle sich mit 14 Millionen Euro Sponsorgeldern bei Toro Rosso einkaufen und dort den Platz des deutschen Shootingstars Sebastian Vettel übernehmen, der in der kommenden Saison für Red Bull fährt.

Solche Summen seien maßlos übertrieben, sagt Bruno Senna, auch wenn er tatsächlich schon heute mehr persönliche Sponsoren hat als so mancher Formel-1-Pilot.

"In all meinen Verhandlungen bisher ist nie Geld von mir verlangt worden, das war nie ein Thema", sagt der Brasilianer.

Trotzdem ist Toro Rosso natürlich eine Option für ihn, sollte es mit Honda nicht klappen. Auch hier gibt es Gespräche - über eine eventuelle Testmöglichkeit im Dezember.

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