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Felipe Massa (l.) jubelt, Lewis Hamilton trottet davon © getty

Heute steigt in Sao Paulo beim Brasilien-GP das finale Titel-Duell Hamilton kontra Massa. Sport1.de stellt die Piloten gegenüber.

Von Wolfgang Kleine

München/Sao Paulo - Die Tribünen sind ausverkauft, die Fans haben sich schon beim Qualifying zum Brasilien-GP in Sao Paulo (Sonntag ab 17.45 Uhr LIVE) nach dem Erfolg durch Felipe Massa in Stimmung gebracht.

Fast eine Milliarde Menschen verfolgt das große Final-Spektakel um die Formel-1-Krone vor den Fernsehschirmen.

Das Duell heißt Lewis Hamilton gegen Felipe Massa - der WM-Spitzenreiter gegen den Verfolger, McLaren-Mercedes kontra Ferrari.

Wer ist der schnellere Pilot auf dem Kurs von Interlagos, wer hat das bessere Auto, welches Team verfolgt die schlauere Taktik und wer hat die besseren Nerven?

Fragen über Fragen vor dem großen Showdown von Brasilien.

Sport1.de stellt die Hauptdarsteller des letzten WM-Laufs dieser Saison gegenüber.

Der WM-Stand:

Lewis Hamilton 94 Punkte, Felipe Massa 87. Hamilton reicht ein 5. Platz in Sao Paulo zum WM-Titel.

Der bessere Pilot:

Sowohl Hamilton als auch Massa gewannen in den bisherigen 17 WM-Läufen 2008 jeweils fünf Rennen. Hamilton gilt wie einst Ayrton Senna und Michael Schumacher als Ausnahmefahrer. Sein Rennkollege und Freund Adrian Sutil: "Lewis hat einen noch verbisseneren Ehrgeiz als Schumacher." Massa erhält dickes Lob von seinem Ex-Teamkollegen und Lehrmeister Michael Schumacher: "Er ist ein kraftvoller Fahrer und gefährlicher Gegner." Der Brasilianer hat sich bei Ferrari seit 2006 nach einigen Lehrjahren bei Sauber enorm entwickelt.

Das bessere Auto:

Das hängt von dem Kurs ab. Sao Paulo gilt aber als Ferrari-Rennstrecke. Das zeigte schon das Qualifying mit den Plätzen 1 (Massa) und 3 (Kimi Räikkönen).

Das ausgebufftere Team:

Da scheint McLaren die Nase vorn zu haben. Die Roten erlebten in der Box zu viele Pannen. Diesmal hoffen die Silbernen auf Regen und den Einsatz des Safety Cars, wie Teamchef Ron Dennis nach dem Qualifying erklärte.

Der sympathischere Fahrer:

Da hat wohl Massa die Nase vorn. Der 27-Jährige würde zum "Weltmeister der Herzen". Während Piloten wie Alain Prost, Ayrton Senna und Michael Schumacher von den Konkurrenten nicht geliebt, sondern höchstens respektiert wurden, gönnen viele Kollegen Massa den Triumph.

Der 23jährige Hamilton polarisiert da eindeutig. Er muss sich nicht nur rassistischer Hetze aussetzen, sondern Kritiker finden ihn zu glatt, bisweilen auch als arrogant. Dazu gab's im Vorjahr den ständigen Zoff mit dem Teamkollegen Fernando Alonso, der bis heute abfärbt. Die Beziehung zu der sieben Jahre älteren Pussycat-Dolls-Frontfrau Nicole Scherzinger sorgt immer wieder öffentlich für Schlagzeilen und liefert Neidern weiteren Stoff.

Der Markwert:

Hier hat Hamilton ganz klar das bessere Ende für sich. Der Engländer profitiert wegen der Besonderheit auch von der dunklen Hautfarbe. Hamilton, der in seinem ersten Jahr bei McLaren rund drei Millionen Euro kassierte, könnte nach dem WM-Titel 20 Millionen bei den Silbernen kassieren. Der Werbewert ist allerdings noch höher. Er könnte Schumi mit über 60 Millionen Euro pro Jahr übertreffen. Formel-1-Guru Bernie Ecclestone behauptet: "Das kann bis zu 100 Millionen pro Jahr gehen."

Da liegt Massa mit einem Jahresgehalt von fünf Millionen Euro deutlich hinter Hamilton. Der Brasilianer ist außerhalb seines Heimatlandes auch nicht so gut zu vermarkten wie der Engländer.

Die Vergangenheit:

Hamilton fragte schon als Zwölfjähriger bei Ron Dennis an, ob er denn mal für McLaren fahren dürfe. Zehn Jahre später war es nach zahlreichen Erfolgen in anderen Rennklassen soweit. Sein Vater Anthony finanzierte das Hobby mit einigen Nebenjobs und führt ein eisernes Regiment: "Es gibt keine Partys, wenn du Rennen fährst. Kein Rauchen, kein Trinken, keine Frauen - nur harte Arbeit."

Massa lernte auf der Kartbahn im Innenraum der Strecke in Sao Paulo. Unterstützung erhielt er durch seinen Vater Luis Antonio, auch wenn das Geld oft knapp war. Massa fuhr die Formel Chevrolet und die Formel Renault. Sein Problem: Das oft überschäumende Temperament. "Ich habe es gelernt, mich zügeln zu müssen", erklärt der Brasilianer, "das brachte mich ganz nach vorn."

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