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Enttäuschung bei Ferrari-Ingenieur Rob Smedley (l.) und Felipe Massa © getty

Die Enttäuschung über den knapp verpassten WM-Titel konnte Felipe Massa nicht verbergen. Die Stimmen zum Saisonfinale:

Sao Paulo - In der letzten Runde des Brasilien-Grand-Prix sah Felipe Massa schon aus wie der neue Weltmeister. Doch in buchstäblich letzter Sekunde entriss ihm Lewis Hamilton noch den Titel.

"Das Rennen wird mit der karierten Flagge beendet", kommentierte der Brasilianer nach dem Rennen die knappe Entscheidung traurig.

Ekstatisch dagegen schildert Lewis Hamilton seine Erlebnisse nach Überfahren der Ziellinie. "Ich schrie in den Funk: 'Habe ich ihn, habe ich ihn?" Zwei Deutsche beeinflussten den WM-Ausgang entscheidend. Sebastian Vettel realisierte das aber erst hinterher.

Sport1.de präsentiert die Stimmen zum Saisonfinale von Sao Paulo:

Felipe Massa (Ferrari, Platz eins):

"Wir haben gesehen, wie Lewis an Glock vorbei ging, da sind wirklich viele Emotionen durcheinander gemischt worden. Das Rennen wird mit der karierten Flagge beendet. Wir haben es an der Spitze beendet, und darauf können wir sehr stolz sein. Den Titel haben wir jedoch um einen Punkt verpasst, aber das ist Rennsport. Ich weiß, wie man gewinnt, und ich weiß, wie man verliert. Wir müssen Lewis gratulieren, denn er fuhr eine großartige Meisterschaft. Hoffentlich werden wir hier kommendes Jahr mit dem Titel zurück kommen."

Rob Smedley (Massa-Ingenieur):

"Mir fehlen die Worte. Wir haben dieses Wochenende so einen guten Job gemacht und die Fahrer-WM nur um einen Punkt verpasst. Wir haben die Fahrer-WM in der allerletzten Kurve verloren! So ist das Leben - es muss weitergehen."

Kimi Räikkönen (Ferrari, Platz drei):

"Es war nicht mein bestes Rennen, aber das Auto war ziemlich schwierig zu fahren. Ich holte auf Fernando auf, aber dann kam der Regen und ich lag direkt hinter ihm. Ich konnte aus diesem Grund nicht an die Box kommen. Wir haben die Konstrukteursmeisterschaft gewonnen, was eines unserer Ziele war, das wir erreichen wollten. Felipe hatte natürlich Pech."

Lewis Hamilton (Platz fünf und Weltmeister 2008):

"Ich bin immer noch sprachlos. Mein Team hat das gesamte Jahr über fantastisch gearbeitet und wir haben viele Opfer gegeben. Ich weiß gar nicht, wie ich es geschafft habe, ruhig zu bleiben. Es begann zu tröpfeln und ich wollte keinerlei Risiken eingehen. Vettel ging dann an mir vorbei und mir wurde gesagt, dass ich vor ihn kommen muss. Ich konnte es kaum glauben. In der letzten Kurve schaffte ich es, an Glock vorbei zu gehen. Ich sage euch, das war einfach wahnsinnig. Ich kann mich nur bei Gott bedanken. Ich schrie in den Funk: 'Habe ich ihn, habe ich ihn?'. Als ich durch die erste Kurve fuhr, antworteten sie mir. Ich war ekstatisch. Das ist ein Traum. Es ist bei mir noch gar nicht angekommen."

Ron Dennis (McLaren-Teamchef):

"Wir wussten, dass Glock auf Trockenreifen unterwegs war. Wir standen ständig in Kontakt mit Lewis und sagten ihm, dass Glock sein Ziel ist. Wir mussten einfach ruhig bleiben und durften uns auch nicht bei Vettel einmischen. Es war ein Katz'- und Maus-Spiel. Am Ende hat es dann doch noch geklappt. Er (Lewis Hamilton, Anm. d. Red.) hat eine so gute Leistung gezeigt, er hat jede Statistik in den vergangenen zwei Jahren geschlagen. Er hat diese Saison mit mehr Punkten beendet als jeder andere Fahrer während den vergangenen zwei Jahren. Er hat also den Gewinn des Titels verdient. Ich bin sehr stolz auf ihn."

Timo Glock (Toyota, Platz sechs):

"Ich war auf trockenen Reifen unterwegs, als es ziemlich stark zu regnen begann und in der letzten Runde war es einfach unmöglich. Ich habe alles gegeben, aber es war so schwierig , das Auto auf der Strecke zu halten und genau am Ende des Rennens verlor ich Positionen."

Sebastian Vettel (Toro Rosso, Platz vier):

"Gegen Ende wusste ich nicht, auf welcher Position ich lag aber ich habe einfach versucht Lewis zu überholen wie jeden anderen und es gelang mir. Lewis war dann hinter mir, aber ich wusste nicht auf welcher Position ich nach dem letzten Reifenwechsel lag. Mir war nicht klar, dass ich die Weltmeisterschaft beeinflussen könnte."

Fernando Alonso: (Renault, Platz zwei): "Dies war ein fantastisches Ergebnis, und dass wir die Saison auf dem Podium beenden konnten, war mehr, als wir wollten. Ich denke, dass Massa heute ein wenig zu schnell war. Ich machte mir auch mehr Sorgen über den Vorsprung auf Kimi."

Nick Heidfeld (BMW-Sauber, Platz zehn):

"Mein größtes Problem heute war der Start. Ich hatte viel zu stark durchdrehende Räder und bin buchstäblich nicht vom Fleck gekommen. Später lag ich hinter Mark Webber und wollte ihn angreifen, dabei habe ich mir aber die Reifen ruiniert."

Robert Kubica (BMW-Sauber, Platz elf):

"Es ist definitiv nicht schön, wenn man im letzten Rennen der Saison den dritten Platz der Fahrerweltmeisterschaft verliert. Wir haben an diesem Wochenende einfach zu viele Fehler gemacht, und das haben wir jetzt davon. Unglücklicherweise startete ich mit Trockenreifen in das Rennen. Wir hatten falsche Informationen zu den Streckenbedingungen.

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