Es heißt, Rekorde seien da, um gebrochen zu werden. Als Michael Schumacher sich aus der Formel 1 verabschiedete, schien es zwar nicht, als würde sich so schnell jemand anschicken, seine Bestmarken anzugreifen.

Doch nur zwei Jahre später hat Lewis Hamilton im dramatischen Saisonfinale von Sao Paulo bewiesen, dass er in die Fußstapfen des Rekordweltmeisters treten kann.

Der jüngste Champion aller Zeiten hat auf dem Weg zu seinem ersten Titel allem getrotzt, was sich ihm in den Weg stellte: Den Konkurrenten innerhalb und außerhalb seines Teams, den eigenen Nerven, Verbalattacken aus dem Fahrerlager und nicht zuletzt den brasilianischen Wetterkapriolen.

[image id="2898c0e5-6680-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Vor allem aber zeichnet den Briten etwas aus, was auch Schumacher zu einem besonderen Fahrer machte: die totale Fokussierung auf seine Arbeit. Auch wenn sich Hamilton gerne als Lebemann gibt, seine Erfolgsstory ist das Ergebnis einer keineswegs unbeschwerten Kindheit.

Wie einst Schumacher tut Hamilton alles für den Erfolg. Dass er sich dabei mitunter wie früher der erfolgreichste Pilot aller Zeiten die Missgunst seiner Fahrerkollegen zuzieht, ist unausweichlich.

Rücksichtslos und arrogant, so das häufig gefällte Urteil über Hamilton, das auch der oft unnahbare Schumacher sich gefallen lassen musste. In diesem Punkt sind sich die beiden also durchaus ähnlich.

Erfolg bringt eben Neider mit sich, gerade in einer Sportart, in der man ohne eine gesunde Portion Egoismus besser gleich einpackt.

Auch wenn er einem erneuten Fiasko wie 2007 nur denkbar knapp entkam und es zu den Rekorden Schumachers natürlich noch ein weiter Weg ist - Hamilton hat in Interlagos die letzten Zweifel ausgeräumt, dass er in der Lage ist, die Formel 1 über Jahre zu dominieren. Die entsprechende Einstellung hat er jedenfalls.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel