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Mit seiner Stiefmutter Linda freut sich Lewis Hamilton über den WM-Titel © getty

In letzter Sekunde sicherte sich Lewis Hamilton in Sao Paulo den WM-Titel. Im Interview schildert der Brite seine Gefühle.

Sao Paulo - Es war wohl das spannendste Formel-1-Finale aller Zeiten. In der drittletzten Kurve sicherte sich Lewis Hamilton mit einem Überholmanöver gegen Timo Glock den WM-Titel.

Kurz zuvor schien der große Traum schon geplatzt, als der Brite den entscheidenden fünften Platz an Sebastian Vettel verlor.

Mit dem Titelgewinn sorgte Lewis Hamilton für einen historischen Rekord. In Sao Paulo krönte sich der 23-Jährige zum jüngsten Formel-1-Champion aller Zeiten.

Im Interview spricht er über seine Gedanken und Gefühle in den dramatischen letzten beiden Runden.

Frage: "Fast hätte sich der Albtraum von 2007 wiederholt, doch jetzt sind Sie Formel-1-Weltmeister. Wie fühlen Sie sich?"

Lewis Hamilton: "Es ist unmöglich, das in Worte zu fassen - ich bin immer noch sprachlos. Meine ganze Familie ist hier, mein Vater ist hier. Mein Team hat einen fantastischen Job gemacht, wir haben viele Opfer gebracht. Daher bin ich unheimlich aufgeregt, dass ich dieses Ziel für uns alle erreicht habe."

Frage: "Wie aufregend waren die letzten Runden für Sie?"

Hamilton: "Es begann zu regnen, und ich wollte keine Risiken eingehen. Vettel überholte mich, und mir wurde gesagt, dass ich vor ihm sein muss. Ich konnte es nicht glauben. In der letzten Kurve überholte ich Timo Glock. Ich kann mich nur bei Gott bedanken. Er hat mir das ganze Jahr beigestanden."

Frage: "Haben Sie gewusst, dass Glock langsamer wurde?"

Hamilton: "Kurz bevor ich zu ihm aufschloss, hat mir mein Team über Funk gesagt, dass ich ihn überholen muss. Ich habe alles gegeben, um Vettel zu schnappen, aber er war genauso schnell wie ich, vielleicht sogar einen Tick schneller. Es war eines der schwierigsten Rennen meiner Karriere, wenn nicht sogar das schwierigste überhaupt."

Frage: "Wie war das Gefühl, als Sie über die Ziellinie fuhren und wussten, dass Sie Weltmeister sind?"

Hamilton: "Ich habe es nicht gewusst. Ich habe nur geschrien: 'Habe ich es, habe ich es?' Dann sagte es mir das Team über Funk. Ich war aus dem Häuschen."

Frage: "Sie sind jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Haben Sie schon begriffen, was Sie da erreicht haben?"

Hamilton: "Ich glaube nicht, dass es schon verarbeitet ist. Ich hatte das intensivste Rennen meines Lebens, mein Herz rast immer noch."

Frage: "Können Sie Ihre Gedanken schon in Worte fassen?"

Hamilton: "Ich habe Schwierigkeiten, etwas zu sagen. Ich bin so dankbar und so stolz auf das Team, das mir diese Gelegenheit gegeben hat. Es war ein hartes Rennen, das härteste Rennen meines Lebens. Ich hatte ein Problem mit den Reifen. Ich konnte nichts tun, hielt nur noch das Auto auf der Strecke. Ich versuchte, an Vettel vorbeizugehen, aber zum Glück gab es noch die Gelegenheit mit Glock. Genau das brauchte ich. Wir kamen, wir sahen und wir taten genau das, was notwendig war."

Frage: "Die letzten Runden waren an Spannung kaum zu überbieten. Wie war es im Auto?"

Hamilton: "Mein Herz wäre fast explodiert. Ich glaube, da ging es allen gleich. Keine Ahnung, was los gewesen wäre, wenn ich es in der letzten Runde verloren hätte."

Frage: "Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie Vettel am Ende überholt hat? Da war der Titel plötzlich weg ..."

Hamilton: "Ich weiß nicht, was da passiert ist, es trug mich ein bisschen nach außen. Ich konnte nichts tun. Ich habe mich nicht verbremst oder so."

Frage: "Wussten Sie, dass Glock vor Ihnen war?"

Hamilton: "Mir wurde gesagt, dass er vor mir war. Ich wusste aber nicht wie weit, ich wusste nur, er war auf Slicks unterwegs. Ich habe gebetet, dass ich nahe an ihn herankomme. Ich habe einige Autos überholt, aber Glocks Toyota war nicht dabei. Als ich ihn am Ausgang von Kurve zehn sah, konnte ich es nicht fassen. Er war vor mir, und ich war nicht nahe genug dran, aber dann setzte ich mich innen neben ihn und habe ihn überholt."

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