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Lewis Hamilton und sein Bruder Nick lassen ihrer Freude freien Lauf © imago

Der Weltmeistertitel macht Lewis Hamilton zu einem der absoluten Topverdiener des Sports. Die Sponsoren stehen Schlange.

Sao Paulo - Als Formel-1-König "Lewis Löwenherz" nach einer viel zu kurzen Nacht endlich begriffen hatte, was passiert war, ging der Stress für den jüngsten Weltmeister aller Zeiten erst so richtig los.

Interviews, Fernsehauftritte, Deutschland-Tour - und vor allem die Vermarktung des Titels. Das Happy End im Herzschlagfinale von Sao Paulo ist für den Silberpfeil-Star Gold wert.

Auf 100 Millionen Dollar schätzen Finanz- und Werbeexperten die Einnahmen des 23-Jährigen im kommenden Jahr.

"Es werden noch viele Titel folgen"

Damit wäre der "Tiger Woods des Motorsports" auf einen Schlag Topverdiener der Formel 1. In der Geldrangliste des Sports läge dann nur noch Golf-Superstar Woods mit etwa 120 bis 160 Millionen Dollar vor dem jungen Briten.

Am Tag nach der Triumphfahrt verneigte sich die Welt vor dem ersten englischen Weltmeister seit Damon Hill 1996. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown vergaß für einen Augenblick sogar die Finanzkrise und gratulierte Hamilton.

"Das ganze Land ist stolz auf ihn", sagte der Politiker: "Das war sein erster WM-Titel, es werden sicher noch viele folgen."

Schumi spricht von Schicksal

Auch Ferrari-Berater Michael Schumacher übermittelte Hamilton seine Glückwünsche.

"Was für ein Finale. So etwas habe ich noch nie erlebt, weder als Fahrer noch als Zuschauer. Man kann nur sagen, dass das wohl Schicksal war", schrieb der Rekord-Weltmeister auf seiner Homepage.

Massa nur Weltmeister der Herzen

"Lewis I" hatte das Königreich lange auf die Folter gespannt. 39 Sekunden lang hielt sein Ferrari-Rivale Felipe Massa den Titel schon in den Händen, doch letztlich war der Brasilianer nach dem Heimsieg nur Weltmeister der Herzen.

Nach Hamiltons Überholmanöver wenige 100 Meter vor dem Ziel gegen Timo Glock auf Platz fünf entschied nur ein einziger Punkt über die Fahrer-Krone 2008.

"Hamiltons göttliche Runde", titelte die Londoner Times, und im Ferrari-Land Italien wurde Hamilton zum "König der letzten Kurve" ernannt. Massas Titelverlust in letzter Sekunde war für Tuttosport ein "schmerzhafter Scherz des Schicksals". Für El Mundo Deportivo aus Spanien war der Showdown einfach nur "filmreif".

Glock als Sündenbock

Während England "Lewis Löwenherz" huldigte (Daily Express), flossen in Italien "rote Tränen" (Tuttosport), weinte ganz Brasilien mit Massa, der die "größte Enttäuschung seiner Karriere" erlebte (La Stampa).

Auch ein Sündenbock wurde gefunden. "Glock schenkt Hamilton den Sieg", behauptete Il Messaggero.

In Italien hatte man dennoch etwas zu feiern. "Ferrari tröstet sich mit dem Konstrukteurstitel", schrieb die Gazzetta dello Sport und lobte: "Zum 16. Mal dominiert Maranellos Technologie die Formel 1. Enzo Ferrari wäre stolz darauf." Für den Corriere dello Sport bleibt "Ferrari der stärkste Rennstall der Welt".

Auf den Spuren von David Beckham

Nicht nur Hamilton, sondern auch Vater Anthony als Manager hat jetzt alle Hände voll zu tun. Sponsoren stehen Schlange, Hamilton könnte zu einer ähnlichen Werbe-Ikone werden wie Fußball-Popstar David Beckham. Doch der Formel-1-Weltmeister ist jetzt erstmal urlaubsreif.

"Ich danke Gott, der mir beigestanden hat", sagte Hamilton, dem auf der atemberaubenden letzten Runde fast "das Herz explodiert" wäre: "Es war ein langer Weg, aber meine Familie hat mir Kraft gegeben. Ich danke auch dem Team, das immer zu mir gehalten hat."

Weltmeister kommt nach Deutschland

Bereits am kommenden Samstag geht der Hype um Hamilton weiter. Der Brite wird zur traditionellen "Stars and Cars"-Veranstaltung im Mercedes-Museum am Stammwerk in Stuttgart Untertürkheim kommen.

Zu dem Spektakel werden mehr als 60.000 Fans erwartet.

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