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Felipe Massa siegte in Sao Paulo vor heimischem Publikum © getty

Ferrari-Pilot Felipe Massa wird in Brasilien als neuer Volksheld gefeiert. Michael Schumacher sagt: "Er wird wieder angreifen."

Sao Paulo - Für 39 Sekunden hielt Felipe Massa die WM-Krone schon in den Händen, dann war sein Traum geplatzt. Doch der Brasilianer wird als Formel-1-Weltmeister der Herzen in die Geschichte eingehen.

Größe zeigte Massa nach dem Last-Minute-Schock. Denn als seine ersten Tränen getrocknet waren, gratulierte der 27-Jährige seinem Rivalen Lewis Hamilton zum WM-Triumph.

"Sport ist so, und das muss man akzeptieren. Gratulation an Lewis, wer auch immer die meisten Punkte holt, verdient den Titel", sagte Massa.

"Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen, und wir haben eine Menge gelernt", meinte der Ferrari-Pilot nach dem bittersten Sieg seiner Karriere.

"Ich kann Sao Paulo erhobenen Hauptes verlassen, denn einmal mehr habe ich vor meinem Heim-Publikum gewonnen. Das ist ein unvergesslicher Tag. Nun möchte ich mit meiner Familie, meinen Freunden und mit meinem Team feiern. Denn das haben wir verdient."

Aufbauhilfe von Schumacher

Auch Freund und Lehrmeister Michael Schumacher versuchte, Massa nach der Enttäuschung wieder aufzubauen.

"Mit dieser Leistung hat er sicherlich die letzten Zweifler überzeugt. Er wird im nächsten Jahr wieder angreifen", schrieb der siebenmalige Weltmeister und heutige Ferrari-Berater auf seiner Homepage.

Titel in letzter Sekunde

Als Massa am Sonntagabend (MEZ) um 19.47 Uhr und 14 Sekunden als Sieger über die Ziellinie fuhr, lag Hamilton auf dem sechsten Platz, was für Massa den Titel bedeutet hätte.

Um 19.47 Uhr und 35 Sekunden überholte Hamilton den Toyota von Timo Glock und übernahm dadurch wieder den entscheidenden fünften Platz.

Weitere 18 Sekunden später - um 19.47 Uhr und 53 Sekunden - fuhr Hamilton als Fünfter über die Ziellinie.

Damit war er jüngster Weltmeister aller Zeiten, in der Ferrari-Box und bei Massas Familie wurde aus überschwänglichem Jubel tiefste Enttäuschung.

Gefeierter Volksheld

Ähnlich ging es 100.000 Zuschauern auf den Tribünen und den Formel-1-Fans im ganzen Land, die sich den 27-Jährigen so sehr als vierten brasilianischen Weltmeister nach Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet und Ayrton Senna gewünscht hatten.

"Massa ist unser Weltmeister", schrieb die Tageszeitung "O Dia" aus Rio de Janeiro: "Spektakuläres Rennen erinnerte an die Zeiten von Ayrton Senna."

Und "Diario de Sao Paulo" titelte: "Danke, Massa."

Glock hofft auf Verständnis

Zum Buhmann der Fans wurde Toyota-Pilot Timo Glock, der wenige hundert Meter vor dem Ziel sein Auto kaum mehr halten konnte und Hamilton passieren lassen musste.

"Ich denke, dass Felipe ganz gut versteht, dass ich am Ende der letzten Runde nichts anderes tun konnte. Mir tut es für ihn leid", meinte Glock.

"Die Entscheidung fiel im letzten Rennen, aber es gab schon zuvor 17 Rennen. Rennen, in denen Felipe etwas Pech hatte und wegen technischer Probleme keine Punkte holte. Es ist natürlich hart, eine Meisterschaft in der letzten Runde zu verlieren", so der Deutsche.

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