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Porsche tritt unter anderem in der American LeMans Serie an © getty

Der Einstieg einer VW-Marke in die Formel 1 ist offenbar vom Tisch. Konzernchef Ferdinand Piech soll den Daumen gesenkt haben.

Von Marc Ellerich

München - Ein Formel-1-Einstieg des Volkswagen-Konzerns mit einem eigenen Team oder zumindest als Motorenlieferant ist derzeit offenbar kein Thema mehr.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat der mächtige Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech das Engagement einer VW-Marke wie etwa Porsche in der Königsklasse bereits abgelehnt. Aus der Wolfsburger Konzernzentrale hieß es laut einer Meldung der Nachrichtenagentur "dpa": "Es gibt da keine konkreten Pläne."

Laut einem Bericht von "Motorsport-Total.com" soll am Mittwoch auf einem Treffen des Vorstands die künftige Strategie des Konzerns im Motorsport beschlossen werden.

"Kiloweise Analysen"

Erste Spekulationen hatte Porsche-Vorstandschef Matthias Müller im Oktober auf dem Pariser Autosalon mit Äußerungen befeuert, VW könne entweder mit Porsche oder Audi in die Formel 1 einsteigen.

Der "FAZ" bestätigte ein anonymer Informant angesichts der jüngsten Entwicklung, dass es bei VW durchaus das Szenario gegeben habe, in die höchste Motorsport-Klasse einzusteigen. "Es gibt kiloweise Analysen", wird der "Kenner des Unternehmens" zitiert, "das ist wohl vergeblich gewesen". (Porsche-Einstieg droht zu platzen)

Laut dem Bericht hätten Red Bull und McLaren bereits Interesse an VW-Motoren gezeigt. Mehr als ein Motoren-Engagement sei für das Unternehmen laut "Motorsport-Total.com" allerdings ohnehin nie von Relevanz gewesen.

Günstiger Zeitpunkt

Der Zeitpunkt für ein - wie auch immer geartetes - VW-Engagement in der Formel 1 schien günstig, da die Hersteller rege den Bau eines sogenannten Weltmotors diskutiert hatten, der als kleiner und umweltfreundlicher gilt. Zudem wäre ein solches Aggregat auch in anderen Rennserien einsetzbar.

Ein solcher Motor galt - neben den in den vergangenen Jahren deutlich gesunken Unterhalts- und Entwicklungskosten für einen Rennstall - als Voraussetzung für ein VW-Engagement in der Formel 1.

Inzwischen aber hat sich in der höchsten PS-Liga Widerstand der aktuellen Motoren-Hersteller gegen das Einheitsaggregat geregt. Die aktuelle, negative Reaktion seitens VW wäre insofern konsequent.

Die "dpa" brachte das Abrücken von VW mit dem weiterhin unklaren Zeitplan einer vollständigen Porsche-Übernahme in Verbindung.

Pläne in der NASCAR

Den Wandel des Unternehmens machen Aussagen von Motorsport-Berater Hans-Joachim Stuck deutlich. "Es ist klar, dass wir im Konzern die Formel 1 beobachten", hatte der frühere Formel-1-Fahrer noch im April gesagt.

Nun, ein halbes Jahr später, zitierte "Motorsport-Total.com" ihn mit dem Satz: "Die Formel 1 ist bei Volkswagen kein Thema."

Laut dem Bericht spekulieren Experten über einen NASCAR-Einstieg des Konzerns sowie einen Start in der Rallye-WM.

Porsche war von 1957 bis 1962 mit einem eigenen Team in der Formel 1 angetreten und hatte sich zuletzt 1991 als Motoren-Lieferant betätigt.

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