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Mario Theissen (l.) und Robert Kubica feierten in Montreal den ersten BMW-Sieg © getty

Trotz des schwachen Saisonfinals blickt BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen der neuen Saison optimistisch entgegen.

Von Andreas Kloo und Michael Schulz

München - Für BMW war es die erfolgreichste Saison der Teamgeschichte. Zwischenzeitlich hatten die Weißblauen sogar Chancen auf den Sieg in der Konstrukteurs-Wertung.

Nur in den letzten beiden Rennen konnte BMW nicht an die Vorleistungen anknüpfen. Beim Finale in Sao Paulo erreichten Nick Heidfeld und Robert Kubica nicht einmal die Punkteränge. So schloss das BMW-Team die Saison schließlich auf Rang drei ab.

Dennoch zeigt sich BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen gegenüber Sport1.de zufrieden.

"Unsere Saisonbilanz fällt sehr, sehr positiv aus. Wir haben zum dritten Mal in Folge unsere Ziele erreicht. Wir haben unser erstes Rennen gewonnen und aus dem Zweikampf an der Spitze einen Dreikampf gemacht."

"Liegen auf Kurs"

Für das nächste Jahr verspricht Theissen eine weitere Steigerung: "Wir sind überzeugt von der Arbeit, die wir leisten und deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir nächste Saison mit dem Auto auf Kurs liegen und um den Titel mitkämpfen werden."

Auch Nick Heidfeld sieht bei Sport1.de sein Team in der Lage zum ganz großen Triumph: "Es ist nicht unrealistisch, dass BMW nächste Saison um Titel mitfährt, denn bislang hat das Team jedes Jahr alle Ziele erreicht. Wir sind bislang die einzigen, die ihre Vier- bzw. Fünf-Jahres-Pläne eingehalten haben."

Heidfeld: "Mein schwierigstes Jahr"

Sein persönliches Saisonfazit fällt allerdings nicht ganz so positiv aus: "Es war mein schwierigstes Jahr im Motorsport überhaupt, obwohl ich das beste Auto gefahren habe, was ich in Formel 1 je hatte. Ich habe mich lange Zeit sehr schwer getan, das Auto auf meine Bedürfnisse einzustellen. Erst in den letzten Rennen bin ich aus dem Tief herausgekommen."

Diesen positiven Trend, der ihm letztlich auch zur Vertragsverlängerung bei BMW verhalf, möchte Heidfeld 2009 fortsetzen, auch wenn er keine klare Prognose abgeben will. "Das Reglement hat sich geändert, dadurch kann sich alles noch einmal bunt durcheinander mischen."

KERS ein "Quantensprung"

Eine dieser Regeländerungen betrifft das Energierückgewinnungs-System KERS. Durch diese Technik ist es möglich, die beim Bremsen verbrauchte Energie sofort wieder für den Antrieb des Wagens einzusetzen.

Dr. Theissen befürwortet diese Neuerung: "Wir haben diese Technik intensiver als alle andere Teams stärker unterstützt. Das ist eine Riesenchance für BMW als Technologie-Projekt und ein Quantensprung für zukünftige Hybrid-Konzepte."

Vom einem anderen Reformvorschlag hält der 56-Jährige wenig: "Der Motor ist das Herz des Autos, gerade für BMW ist der Einheitsmotor nicht interessant."

Kubica gegen Slicks

Heidfeld schließt sich Theissen an: "Ich bin gegen Einheitsmotoren, denn in der Formel 1 geht es um Vorteile, die man nicht einfach weggeben will."

Dagegen freut sich der Mönchengladbacher über die Wiedereinführung von Slicks: "Damit kann man am schnellsten fahren und es sollte mehr Überholmanöver geben."

Sein Teamkollege Robert Kubica ist da anderer Meinung: "Von den profillosen Reifen halte ich nichts. Das ist wie durch die Stadt gehen ohne Schuhe."

Der mannschaftsinterne Konkurrenzkampf zwischen den beiden Fahrern wird im nächsten Jahr von neuem entbrennen. Nick Heidfeld will sich auf jeden Fall nicht kampflos geschlagen geben: "Ich hoffe, dass ich 2009 wieder schneller als Robert bin."

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