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Fernando Alonso gewann in seiner Karriere bisher 19 Grand Prix © getty

Es ist der Beginn der "Silly Season", jener Periode in der Formel-1-Saison, in der die Wechselgerüchte um die Piloten alljährlich abstruse Formen annehmen.

Von Marc Ellerich

München - Und man würde jener Spekulation um einen Wechsel von Doppel-Weltmeister Fernando Alonso zum japanischen Hinterbänkler-Team Honda wohl kaum Aufmerksamkeit schenken (60 Millionen stehen laut "Bild am Sonntag" für einen Zweijahres-Vertrag im Raum).

Wären da nicht die offensiven Werbungsversuche, mit denen sich Honda-Teamchef Ross Brawn derzeit in den Gazetten zitieren lässt.

Alonso "im Stile von Michael Schumacher"

Das britische "Superhirn", das Michael Schumacher bei Ferrari zum Rekord-Weltmeister machte, flirtete am Rande des Ungarn-Grand-Prix ganz offen mit dem Asturier.

"Es wäre bezaubernd, sollte Alonso zu uns kommen", sagte Brawn: "Er ist der beste Fahrer, auf wie abseits der Strecke. Und er ist ein Mann, der den Unterschied machen kann."

Doch damit nicht genug der Avancen: Brawn setzte seine Charme-Offensive in Richtung Alonso fort und wählte den Schumi-Vergleich: "Alonso ist ein kompletter Pilot im Stile von Michael Schumacher."

Unterstützung vom Geschäftsführer

Der versuchte Alonso, der immer wieder über die mangelhafte Performance seines Renaults klagt, die Fortschritte seines Rennstalls schmackhaft zu machen.

"Wir haben ein sehr fortgeschrittenes KER-System (Energie-Rückgewinnungssystem, das 2009 kommen soll, Anm. d. Red.). Wir haben vier Windkanäle, einen davon in Japan. Wir haben das notwendige Personal für das Projekt und wir sind generell ziemlich fortschrittlich."

Die Perspektive sei deshalb eindeutig: "Wenn Alonso zu uns kommt, dann werden wir mit ihm ein Siegerteam aufbauen."

Honda will Zweijahres-Vertrag

Zugleicht machte Fry jedoch klar, dass man nicht kurzfristig mit Alonso plane. Für Honda komme nur ein Zweijahres-Vertrag in Frage. Und genau hier liegt das Problem

Alonso, der bei seiner Rückkehr von McLaren zu Renault einen Zweijahres-Vertrag plus Option auf ein weiteres unterzeichnet haben soll, wird immer wieder mit Ferrari in Verbindung gebracht.

Vorvertrag mit Ferrari?

Dort zeigte zuletzt der "Iceman" Kimi Räikkönen Ermüdungserscheinungen, weshalb prompt über ein Karriereende nach Ablauf der kommenden Saison spekuliert wurde.

Alonso, der in seinem Renault-Kontrakt entsprechende Ausstiegs-Klauseln haben soll, habe bereits einen Vorvertrag bei den Roten unterzeichnet. Die Ferrari-Seite dementierte allerdings immer wieder ein Interesse an der Verpflichtung des Spaniers.

Bestätigt werden all diese Spekulationen derzeit nicht. Die "Silly Season" wird die Gerüchteküche in den kommenden Wochen aber sicher kräftig anheizen.

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