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Timo Glock schaffte in seiner Premieren-Saison beim Ungarn-GP den Sprung auf Platz zwei © getty

Für Timo Glock war seine erste Formel-1-Saison ein Erfolg. Sein Renningenieur trauert aber einer verpassten Chance hinterher.

Von Michael Spandern

München - Erstmals seit drei Jahren wieder in der ersten Startreihe, beide Boliden in die Punkte gebracht - das Formel-1-Finale in Brasilien war für Toyota auf dem Papier eine runde Sache.

Doch da sich Timo Glock in der letzten Runde noch den fünften Platz von Lewis Hamilton nehmen ließ und der Brite Weltmeister von hessischen Gnaden wurde, meldeten sich auch kritische Stimmen zu Wort.

Doch Toyota-Chef-Renningenieur Dieter Gass lässt bei Sport1.de keine Zweifel daran, dass die Saison eine Erfolgsstory für Glock war.

"Über Timos Leistung kann man sich nur freuen", stärkt er dem Rookie den Rücken. "Er hat sich sehr gut in das Team eingeführt und sich kontinuierlich über die Saison verbessert."

Trulli im Qualifying erfolgreicher

Der 26-Jährige profitiere jedoch auch von seinem "sehr erfahrenen Teamkollegen", ergänzt Gass." Jarno Trulli kann ihm einiges beibringen und stellt vor allem im Qualifying eine Messlatte dar, an der sich Timo auch weiterhin orientieren kann."

Dass Glock vier von 14 Quali-Duellen gegen den Italiener verlor, ist dem Chefingenieur nicht entgangen. Sich hier zu steigern, sei Voraussetzung für höhere Weihen: "Wenn Timo es schaffen kann, sich kontinuierlich auf Jarnos Niveau zu qualifizieren, werden wir auch in Zukunft noch viel von ihm sehen."

Zielsetzung doch noch verpasst

Doch auch das Team habe noch Luft nach oben. "Wir sind mit dem fünften Platz nicht ganz zufrieden, obwohl eine deutliche Steigerung gegenüber der vergangenen Saison erkennbar ist", räumt Gass ein.

Was den Ingenieur wurmt: Im Sommer war das japanische Team zeitweise auf Platz vier der Konstrukteurswertung, und "wir hatten unsere Zielsetzung darauf ausgelegt, diesen zu behalten. Das hat letztlich nicht geklappt."

Exklusive Tests in Bahrain

Nun geht Toyota andere Wege als die Konkurrenz, kapselt sich von den allgemeinen F-1-Testfahrten in Barcelona ab. Stattdessen nehmen Glock, Trulli und Testfahrer Kamui Kobayashi den Testbetrieb in Bahrain auf, wie "F1Today" berichtet.

Der Rennstall habe die Strecke vom 10. bis zum 12. Dezember exklusiv gebucht und plane dort auch in der Woche danach drei Testtage ein.

Keine Sorge wegen Einheitsmotoren

Darauf, dass die FIA in Bälde Einheitsmotoren einführt, stellen sich Gass und Co. aber nicht ein. "Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass das auf Dauer eine besondere Begeisterung bei den teilnehmenden Automobilherstellern hervorruft."

Gerade in der Formel 1 gehe es um Imagepflege und darum, "technische Kompetenz zu beweisen".

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