Die F-1-Ingenieure wollen alle Details in einem Rennen durchplanen. Zum Glück geht das nicht und die Saison bleibt spannend.

In der Formel 1 haben viele Ingenieure das Sagen. Die PS-Eliteklasse ist sozusagen eine Ingenieurs-Liga.

Und Ingenieure - so heißt es - nehmen es immer ganz genau.

Alles wird bis auf viele Stellen hinter dem Komma ausgerechnet. Nichts wird geglaubt, das nicht schwarz auf weiß geschrieben steht, nichts dem Zufall überlassen.

Das mag ein Vorurteil sein, vielleicht ist es auch wahr.

Aber das ist auch egal, wichtiger ist etwas ganz anderes: Man mag sich nämlich gar nicht vorstellen, wie langweilig die Hochgeschwindigkeits-Liga wäre, wenn dort immer alles klappen würde, wie die Ingenieure es sich wünschen.

Wenn Sieg oder Platz ausrechenbar wären oder durch ein paar Drehungen an bestimmten Stellschrauben herbeiregulierbar.

Denn mal Hand aufs Herz: Wann war die Formel 1 spannender? Zu Zeiten des Dauersiegers Michael S.? Oder in diesem Jahr, da sie mehr einem großen Glückspiel gleicht, sozusagen der Mutter aller Lotterien.

Wer würde es nach dem elften Grand Prix dieser Saison wagen, Wetten auf denjenigen Piloten abzuschließen, der am Ende den Weltmeister-Pokal davonträgt?

Und selten hat man so viele unbekannte Gesichter auf dem Siegerpodium gesehen wie in diesem Jahr.

Auch Außenseiter in völlig unterlegenen Autos bekommen 2008 immer wieder ihre faire Chance. Man frage nach bei Jarno Trulli, David Coulthard, Nico Rosberg oder Timo Glock.

Woran das liegen mag?

Über die vielen Schwächen der Topteams ist in diesem Jahr bereits viel berichtet worden.

Ein zweiter Aspekt: Die Leistungsdichte im Millionenspiel Formel 1 ist noch höher geworden. Versagen die Platzhirsche, schlagen die Hinterbänkler zu.

Und wem das als Erklärung nicht ausreicht: Glück und Pech sind durchaus Kategorien, in denen F1-Piloten denken müssen.

Oder wie sonst ist der spektakuläre Ausgang des Grand Prix in Ungarn zu erklären? Man frage nach bei den Herren Massa, Kovalainen oder Glock.

Die Ingenieure der unberechenbaren Formel 1 haben sicher eine andere Antwort

Doch auch für sie verbirgt sich hinter jedem Fragezeichen eine gute Nachricht: Über Arbeitsmangel werden sie sich so schnell nicht beklagen können.

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