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Adrian Sutil schied in der letzten Saison elf Mal vorzeitig aus © getty

Der Deal des Force-India-Teams mit McLaren gibt Anlass zu Spekulationen. Der Einsatz von Mercedes-Piloten ist möglich.

Von Andreas Kloo

München - Adrian Sutil reagierte erfreut auf die besiegelte Kooperation zwischen Force India und McLaren-Mercedes: "Ich bin überzeugt, dass die Partnerschaft ein großer Schritt nach vorn ist."

Doch der Wechsel des Motoren-Lieferanten könnte für ihn persönlich auch negative Folgen haben. Seine Position im Cockpit erscheint durch den Einfluss von McLaren nun nämlich nicht mehr hundertprozentig gesichert.

Auch wenn Geschäftsführer Martin Whitmarsh betonte: "Es ist keine Übernahme seitens McLaren. Sie bleiben ein unabhängiges Team."

McLaren macht "Vorschläge"

Aber der Einfluss der Briten wird doch über die Lieferung von Getriebe und Hydraulik hinausgehen und könnte auch das Thema Cockpit-Besetzung betreffen.

"Sie werden Vorschläge machen, was sie für das Beste für das Team halten und ich muss dann entscheiden", beschreibt Force-India-Teameigner Vijay Mallya gegenüber "Reuters" die Abläufe in der Kooperation.

McLaren wird vor allem sehr genau darauf achten, ob und wie die Vorschläge umgesetzt werden. Schließlich soll der Deal mit Force India auch sportliche Erfolge nach sich ziehen und sich positiv auf das McLaren-Image niederschlagen.

Auch wenn Mallya behauptet, dass das Team "momentan" nicht beabsichtige, die Fahrer auszutauschen, gibt die neue Kooperation mit dem augenscheinlich starken Einfluss McLarens dennoch Anlass zu Spekulationen.

Mercedes-Piloten zu Force India?

Möglich wäre, dass DTM-Pilot Paul di Resta im Force India die Möglichkeit zum Formel-1-Einstieg erhält.

Auch ein Einsatz des derzeitigen McLaren-Testfahrers Pedro de la Rosa wäre denkbar.

Force-India peilt für 2010 Siege an

Unabhängig von der Fahrerbesetzung glauben aber beide Seiten, dass Force India sich durch die Kooperation aus den hinteren Rängen der Formel1 nach oben bewegen wird. "Aus meiner Sicht können wir vielleicht 2010 über Siege reden, aber 2009 wäre ich schon froh, wenn wir regelmäßig in die Punkte kämen", beschreibt Mallya die Zielsetzung.

Im Vergleich zu 2008 wäre dies in der Tat eine enorme Verbesserung. In der abgelaufenen Saison gingen Sutil und Fisichella leer aus. Die beste Platzierung des Deutschen war ein 13. Platz in Spa.

Die Force-India-Ergebnisse 2009

Spätestens 2011, beim ersten Heim-Grand-Prix in Indien, will Mallya einen seiner Fahrer auf dem Podium sehen.

Optimierung der Prozesse entscheidend

Auch Whitmarsh hält dieses verwegene Ziel keineswegs für utopisch: "Man darf niemals vergessen, dass der Unterschied zwischen den Topteams und den Teams weiter hinten gar nicht groß ist. Die Topteams haben einfach nur die Prozesse, Disziplin, Abläufe und Methoden optimiert, die letztlich die entscheidenden Zeitspänne bringen können."

Und genau bei der Verbesserung der Prozesse will McLaren dem Force-India-Team unter die Arme greifen: "Wenn wir Force India helfen können, sich in den Bereichen um etwa zwei Prozent zu verbessern, dann ist das in der heutigen Formel 1 ein gewaltiger Schritt", erläutert Whitmarsh.

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