vergrößernverkleinern
MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Von 2000 bis 2005 fuhren Barrichello und Schumacher gemeinsam bei Ferrari © getty

Bisher kenne die Öffentlichkeit "nicht einmal die halbe Geschichte" seiner gemeinsamen Zeit mit Michael Schumacher bei Ferrari.

Von Manuel Krons

München - Das Ende ist nahe für Rubens Barrichello: Der 36-Jährige steht in seinem sportlichen Herbst noch immer ohne Cockpit für die kommende Formel-1-Saison da.

Bei Honda hat er noch keinen Vertrag unterzeichenen dürfen und die Alternativen sind rar.

Der Winter steht vor der Tür des Rekordpiloten. "Entweder bleibe ich in der Formel 1 oder ich werde meine Rennfahrerkarriere beenden", kündigte Barrichello an.

Die Zeit des Zurückblickens hat für den ehemaligen Ferrari-Piloten offenbar schon begonnen. Er trägt sich mit dem Gedanken ein Buch über seine Karriere und die Leidenszeit bei der Scuderia zu schreiben (Cockpit-Verteilung 2009).

Getrübtes Verhältnis zu Schumacher

"Die Öffentlichkeit weiß nicht einmal die halbe Geschichte von dem, was ich bei Ferrari erlebt habe", sagt der Brasilianer über seine Zeit als Wasserträger von Rekordchampion Michael Schumacher.

Die Schmach gipfelte 2002 in dem berühmten Ausspruch "Let Michael pass for the championship", als Barrichello seinen Teamrivalen beim Österreich-GP vorbeiziehen lassen musste.

Dass sein getrübtes Verhältnis zu dem deutschen Kollegen und die Unzufriedenheit über seine Gehilfen-Rolle letztlich zu seiner Flucht zum Honda-Team führten, weiß die Öffentlichkeit längst.

Doch für Barrichello gibt es noch viel mehr zu erzählen. "Vielleicht kann man die Wahrheit eines Tages in einem Buch lesen. Der richtige Zeitpunkt, um auzupacken wird kommen."

"Er ist kein Sportsmann"

Barrichello ist nur einer von vielen Fahrern, deren Feindschaft mit Schumacher kein Geheimnis ist (Schumi beeindruckt von Hamilton). Sein Landsmann Felipe Massa soll sich auf der Saisonabschlusspartie von Ferrari - offenbar unter Alkoholeinfluss - despektierlich über seinen jetzigen Mentor geäußert haben.

Als Renault-Pilot Fernando Alonso im Jahr 2006 gegen Schumacher um die WM-Krone kämpfte, machte er aus seiner Geringschätzung für den zwölf Jahre älteren Kollegen keinen Hehl: "Er ist kein Sportsmann und belügt seine Fans", entfuhr es dem Spanier in der Hitze des Titelkampfes.

Legendäre Rivalität mit Hill

Auch Ex-Formel-1-Pilot Jacques Villeneuve attestierte dem Rekordchamp nachhaltige Defizite im persönlichen Umgang: "Ich verstehe Schumacher nicht, er ist ein komischer Mensch, hat keinen Humor, keinen Stil, ist nur auf das Rennfahren fixiert", polterte der Kanadier einst.

Legendär ist auch die Rivalität zwischen Damon Hill und dem Deutschen. In den Jahren 1994 bis 1998 gerieten die beiden Fahrer auf- und abseits der Strecke immer wieder aneinander. "Auch wenn er ein brillanter Fahrer ist, ich denke, er war für den Sport nicht gut", urteilte der Brite nach Schumachers Abschied aus der Königsklasse.

Allerdings gestand Hill auch ein von seinem ärgsten Widersacher profitiert zu haben: "Michael pushte mich fahrerisch auf ein Level, das ich niemals für möglich gehalten hatte. Er ist ein sehr hartnäckiger Konkurrent."

"Langweiligster Weltmeister aller Zeiten"

Hills Landsmann Eddie Irvine war ebenso nie um eine verbale Attacke gegen "Schumi" verlegen. Der auch unter dem Spitznamen "Crazy Eddie" bekannte Pilot fuhr vier Jahre (1996 bis 1999) gemeinsam mit Schumacher bei Ferrari.

Irvine bezeichnete Schumacher einst als "langweiligsten Weltmeister aller Zeiten".

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZur Sport1.de-Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel