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Ein seltenes Bild: Nico Rosberg hatte 2008 nicht häufig Grund zu feiern © getty

Nico Rosberg hat es satt und droht mit Abschied. Bis Mitte des kommenden Jahres müsse sein Williams-Bolide konkurrenzfähig sein

Von Marc Ellerich

München - So spektakulär die Saison 2008 für Nico Rosberg und sein Williams-Team begonnen hatte, so blass ging sie vor zwei Wochen beim Finale in Interlagos zu Ende.

Hatte der junge Deutsche seinen Boliden beim Auftakt im März in Melbourne noch auf den viel beachteten dritten Platz gelenkt, guckte in Sao Paulo die Formel-1-Welt nur kurz auf den Blondschopf: Platz zwölf, wieder mal ein Ergebnis zum Abhaken.

Zwischen den beiden Rennen lag für den Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg eine lange, harte und vor allem frustrierende Saison.

Ausfälle, Unfälle, Drohungen

Nur zweimal beendete Rosberg 2008 einen Grand Prix dort, wo ihn die Experten und wohl auch er selbst sich im zwanzigköpfigen Fahrerfeld einsortieren: weit oben auf dem Podium.

Nach dem Hingucker von Melbourne gelang dem Williams-Piloten erst vier Rennen vor Schluss, beim Nacht-GP in Singapur, mit Platz zwei ein weiteres spektakuläres Ergebnis (DATENCENTER: Alle Ergebnisse ).

Der Rest: Ausfälle, Unfälle, Resultate abseits der Punkteränge.

Dass Rosberg es satt hatte, ließ er ab der zweiten Saisonhälfte immer deutlicher verlauten (Rosberg: Nichts geht mehr ). Immer offener drohte der Sohn seines finnischen Vaters und einer Deutschen, dem hoffnungslos unterlegenen Williams-Team den Rücken zu kehren.

Vertrag bis Ende 2010

2009 wolle er für ein Top-Team fahren, kündigte Rosberg an: "Das ist bis dahin hoffentlich Williams. Wenn nicht, dann woanders."

Anschließend mahnte er dann aber stets auch sich selbst wieder zur Geduld.

Doch nun scheint der Langmut des 23-jährigen Wiesbadeners endgültig erschöpft. Jedenfalls setzt er im Gespräch mit "Formula 1 Race Report" seinen Arbeitgeber, bei dem er eigentlich bis Ende 2010 unter Vertrag steht, ein Ultimatum.

"Muss an meine Karriere denken"

"Wenn Williams Mitte der kommenden Saison immer noch nicht oben dran ist, dann muss ich mich anderswo umschauen", ließ sich Rosberg zitieren: "Ich muss an meine Karriere denken."

Rosberg weiter: "Es gibt für mich andere Optionen. Aber diese Türen gehen natürlich zu, wenn ich zu lange warte."

Eine Bewährungschance will er dem englischen Rennstall dennoch geben. Williams könne von den gravierenden Neuerungen im kommenden Jahr, etwa dem Energie-Rückgewinnungssystem KERS oder der Rückkehr der Slick-Reifen, profitieren, glaubt er.

"Wenn Williams jemals eine Chance hat, dann jetzt mit den grundlegenden Regeländerungen."

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