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Adrian Sutil hat bei Force India für 2009 einen Vertrag © imago

Nach dem McLaren-Deal wird offen über den Cockpit-Platz von Adrian Sutil spekuliert. Sein Manager meldet sich zu Wort.

Von Marc Ellerich

München - Viel Bewegung findet in diesem Winter in der Formel 1 nicht statt. Die meisten Cockpits, vor allem jene der Top-Teams, sind besetzt und wecken keinerlei Begehrlichkeiten.

Lediglich in den drei vermeintlichen Hinterbänkler-Rennställen Force India, Honda und Toro Rosso ist für Personal-Diskussionen gesorgt - aber die sorgen für einigen Wirbel.

Seit der Motoren-Deal zwischen dem indischen Force-India-Team, in der abgelaufenen Saison letzter der zehn F-1-Rennställe, und McLaren-Mercedes unter Dach und Fach ist, sieht sich das Fahrerduo Adrian Sutil und Giancarlo Fisichella unangenehmen Gerüchten ausgesetzt.

"Sie werden Vorschläge machen"

Zumal Teameigner Vijay Mallya mit einem einzigen Satz derartige Spekulationen zusätzlich angeheizt hat. "Sie werden Vorschläge machen, was sie für das Beste halten, und ich muss dann entscheiden", hatte er der Nachrichtenagentur "Reuters" erzählt.

Seither wird in einigen Medien vor allem Sutils Cockpit-Platz laut in Frage gestellt. Englische Medien berichten, dass der Mercedes-DTM-Pilot Paul di Resta die Stelle des Deutschen einnehmen könnte.

"Absolut nichts dran"

In Spanien wurde zeitgleich McLaren-Testpilot Pedro de la Rosa in das Cockpit geschrieben.

Bisher hatte Sutil die Gerüchte unkommentiert gelassen, doch nun versuchte sein Manager Manfred Zimmermann den Spekulationen einen Riegel vorzuschieben.

"Da ist absolut nichts dran", sagte Zimmermann gegenüber "Motorsport-Total.com": "Es gibt für uns keinerlei Anlass zur Annahme, dass Adrians Platz nicht sicher ist."

Der Manager des Gräfelfingers, der in der vergangenen Saison ohne WM-Punkt den letzten Platz der Fahrer-Wertung belegte, dafür aber vor allem in Monte Carlo aufhorchen ließ, verwies auf den Vertrag für 2009.

Rückendeckung durch Mallya

Sutil selbst hatte im Interview mit Sport1.de ebenfalls darauf verwiesen, er werde 2009 für das indische Team fahren, wollte aber einen Wechsel zum Jahresende nicht ausschließen: "Ende 2009 hoffe ich dann in einer guten Situation zu sein. Egal wo, Top-Ten muss sein." (Sutil im Interview der Woche )

Sein Manager wies auf die Rückendeckung durch Teameigner Mallya hin und führte ein weiteres Indiz für einen Verbleib Sutils bei den Indern hin. Der Gräfelfinger habe bereits seinen Sitz für 2009 anpassen lassen.

Auch Sutils Kollege Fisichella kann auf einen für 2009 gültigen Vertrag verweisen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse )

Button ohne Vertrag

Das kann Jenson Button bei Honda hingegen nicht. Der Konzern hat den angeblich sehr gut dotierten Kontrakt auch noch nicht verlängert, weshalb auch in seinem Fall und dem seines vermeintlich bereits ausgebooteten Teamkollegen Rubens Barrichello Spekulationen ins Kraut schießen.

Honda scheint das einzige Team zu sein, bei dem beide Cockpit-Plätze zur Disposition stehen.

Senna und di Grassi als Nachfolger

Was Barrichellos Platz angeht, so gelten seine beiden brasilianischen Landsleute Bruno Senna und Lucas di Grassi als potenzielle Nachfolger. Sie könnten den begehrten Platz bereits in der kommenden Woche bei Testfahrten ausfahren.

Allerdings hat Barrichello laut "Motorsport.Total" auch noch keine definitive Absage erhalten.

Keine guten Argumente

Was Button angeht scheint es ebenfalls nicht ausgeschlossen, dass dieser bei Honda verbleibt. Er will jedenfalls solche Signale des Rennstalls vernommen haben, der sich beim Buhlen um Doppel-Weltmeister Fernando Alonso nach dem WM-Finale eine Absage eingeholt hatte.

Allerdings ist ein 18. Platz mit lediglich drei WM-Punkten kein sonderlich gutes Argument für einen Platz bei einem eigentlich ambitionierten Team.

Button verwies darauf, er habe sich für den Einkauf des früheren Ferrari-"Superhirns" Ross Brawn stark gemacht, der den Rennstall neu aufgestellt habe. Dennoch: "2009 ist das Jahr, in dem es keine Entschuldigungen gibt - für keinen von uns."

Ausscheidungsfahren in Barcelona?

Formel-1-Experte Jacques Schulz hatte jüngst auf die Kombination Button und Senna bei den Japanern gesetzt.

"Barrichello und di Grassi könnten dann auch genauso gut bei Toro Rosso unterkommen", spekulierte er.

Für den italienischen Rennstall testen nächste Woche in Barcelona zunächst Takuma Sato, Sebastien Bourdais und Sebastien Buemi, die Scuderia könnte aber auf eine Fahrer-Entscheidung bei Honda reagieren.

Das Formel-1-Karussell ist also bereits ordentlich in Schwung.

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