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Der Kampf um den "Circuit Gilles Villeneuve" war vergebens © getty

Die intensiven Rettungsbemühungen um das WM-Rennen in Montreal sind gescheitert. Ecclestones Forderungen seine ünerfüllbar.

Von Wolfgang Kleine

Montreal - Die intensiven Rettungsbemühungen um den Kanada-GP in Montreal sind gescheitert. Das bestätigte Quebecs Premierminister Jean Charest am Montag.

Die Streckenbetreiber und Montreals Bürgermeister Gerald Tremblay wollten den "Circuit Gilles Villeneuve" mit einem größeren Finanzpaket für den WM-Rennkalender retten.

Doch die angebotenen 10 Millionen Euro pro Jahr schienen Bernie Ecclestone nicht genug zu sein. Der Formel-1-Boss habe laut Premier Charest völlig überzogene Forderungen gestellt.

Wie der zuständige Minister Raymond Bachand auf einer Pressekonferenz ausführte, habe Bernie Ecclestone vom Veranstalter eine Garantiesumme von 175 Millionen Kanada-Dollar (rund 112 Millionen Euro) für fünf Jahre verlangt.

"Das kann niemand garantieren. Wir haben 110 Millionen Dollar angeboten", erklärte Bachand. Davon könnten 75 Prozent beispielsweise durch Eintrittskarten gedeckt werden.

GP-Promoter Legault sollte geopfert werden

Die Forderungen von Ecclestone seien nach einer Meldung der kanadischen Zeitung "La Presse" nicht nur finanzieller Art gewesen.

Und das scheint sich vor allem gegen Grand-Prix-Promoter Normand Legault gerichtet zu haben. Für den 78-jährigen Ecclestone ist Legault offensichtlich ein rotes Tuch.

Nach Äußerungen Montreals Bürgermeister Tremblay soll der Brief des englischen Formel-1-Gurus in "einem arroganten Ton" formuliert worden sein. Ecclestone forderte da den Kopf von Legault.

Der Promoter wird bei "Motorsport-Total.com" so zitiert: "Die Leiche ist noch nicht kühl und schon kreisen die Geier."

Ecclestone kontra Autohersteller

Mit dieser schroffen Antwort und der Ablehnung des Kanada-GP hat Ecclestone erneut seine Alleinherrschaft in der "Königsklasse" des Motorsports unter Beweis gestellt.

Der Engländer legt sich auch mit den großen Hersteller-Firmen wie Mercedes, Ferrari, Honda, Toyota und Renault an. Sie sind mit Ecclestones Entscheidung nicht einverstanden und hätten sich einen Grand Prix in Nordamerika gewünscht.

Grund: Die Vermarktung ihrer Serienfahrzeuge auf dem Kontinent. Denn vor dem Kanada-GP war schon der USA-GP in Indianapolis der Streichliste von Ecclestone zum Opfer gefallen.

Dem Deutschland-GP droht ein ähnliches Schicksal

Das Schicksal, das jetzt Montreal erleidet, könnte such auf den Deutschland-GP zukommen. Ecclestone hat schon mehrfach die mögliche Streichung der Rennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring angedeutet.

Er plant aus wirtschaftlichen Gründen eher die Expansion auf dem asiatischen Kontinent, will aber den Rennkalender nicht überfrachten.

Also: Da müssen dann traditionelle WM-Rennen in Europa gestrichen werden.

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