Ohne Skrupel zwingt Alleinherrscher Ecclestone die Formel-1-Traditionsstrecken in die Knie und treibt sein Asien-Projekt voran.

Im Oktober feierte Bernie Ecclestone bereits seinen 78. Geburtstag. Doch Anzeichen von Altersmilde sucht man bei dem Alleinherrscher der Formel 1 vergebens.

Ganz im Gegenteil: Ohne jeden Skrupel diktiert er seinen PS-Zirkus wie eh und je über den Globus. Halt wird nur dort gemacht, wo die Streckenbetreiber seine immer höheren Forderungen für die Lizenzgebühren erfüllen können.

Traditionen und über Jahrzehnte gewachsene Motorsportstrukturen spielen dabei keine Rolle. Nicht nur der Große Preis von Deutschland kämpft angesichts überzogener Millionenforderungen um seine Existenz (Schreckensszenario nimmt Form an).

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Dem eiskalten Würgegriff des mächtigen Moguls fielen vor wenigen Stunden endgültig die Betreiber des letzten Nordamerika-GP in Kanada zum Opfer (Montreal verliert den Machtkampf). Indianapolis war schon zuvor zur Aufgabe seines Rennens gezwungen.

Dankbaren und zahlungsfreudigen Ersatz fand Ecclestone bislang stets in Fernost.

Dort macht man traditionelle Motorsportbegeisterung mit erhöhtem finanziellen Einsatz wett und fährt - wie in Schanghai - notfalls ausreichend "Klatschvieh" an die Strecke.

Damit es wenigstens so aussieht, als würden sich Japaner und Chinesen für die rasenden Europäer interessieren.

Nun erwägen ausgerechnet die Emporkömmlinge aus China, die erst im fünften Jahr im Rennkalender stehen, einen Ausstieg aus der Königsklasse (Das "Lieblingskind" macht Sorgen). Der Grund: Schanghai steckt tief in den roten Zahlen.

Bei Spitzenforderungen von über 40 Millionen Euro pro Rennen sind das nur die ersten Risse in Ecclestones gigantischem Asien-Projekt.

Und man darf sicher sein: Auch bei seinen neuen "Lieblingskindern" wird Ecclestone im Falle mangelnder Profit-Aussicht keine Milde walten lassen.

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