Bernie Ecclestone schiebt die Entscheidung über die Absage des Saisonauftakts in Bahrain an den Veranstalter ab. Das war zu erwarten.

Geschäft ist Geschäft für Bernie Ecclestone. Man habe sich nie in politische Dinge eingemischt, sagt der Formel-1-Boss stets. Und so war auch in der aktuellen Situation kein moralisches Handeln von ihm zu erwarten.

Es wäre dem Briten nie in den Sinn gekommen, das Auftaktrennen zur neuen Saison in Bahrain zu streichen, nur weil die Regierung wenige Kilometer entfernt von der Rennstrecke in Manama einen Aufstand blutig niederschlägt.

[image id="5306b74f-6483-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Stattdessen hielt er sich bedeckt und wartete, bis der Ausrichter selbst das Rennen absagte. Die Millionenverluste schob er so den Scheichs in die Schuhe.

China, Singapur, bald Russland und seit 2004 eben Bahrain: Auf der Suche nach immer neuen Geldquellen kümmert sich "Big Bernie" nicht darum, woher die Dollars kommen - was allerdings nichts Neues ist.

Das Bittere daran: Einige scheinen sich die mehr als fragwürdige Haltung des Dompteurs im Formel-1-Zirkus tatsächlich zum Vorbild zu nehmen.

Bis zu der endgültigen Absage war aus dem Lager der Teams keine Stimme zu vernehmen, die gesagt hätte: Was in Bahrain passiert ist falsch, dort sollten wir nicht fahren. Stattdessen ging es immer nur um die eigene Sicherheit.

Ecclestone wird schon wissen, was gut für uns ist, das war der Tenor bei Fahrern und Teamchefs. Dabei hätte man angesichts früher getätigter Äußerungen des 80-Jährigen schon einmal ins Zweifeln kommen können, ob man ihm bedingungslos vertrauen kann.

Demokratien sind Ecclestone ein Gräuel, daraus macht er keinen Hehl. Wenn es ums Geld geht, hat er aber keine Probleme, mit ihnen zu kooperieren, wie auch mit jeder anderen Staatsform. Die Quittung bekommt er jetzt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel