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Bernie Ecclestone ist seit 2007 Besitzer der Queens Park Rangers © getty

Bernie Ecclestone will die Veröffentlichung seiner Biographie verhindern. Das Buch enthüllt Skandale aus seinem Privatbereich.

Von Tobias Hlusiak

München - Bernie Ecclestone ist kein Mann der leisen Töne - das war er noch nie.

Sein Aufstieg vom Gebrauchtwagen-Händler zum mehrfachen Milliardär zählt zu den beeindruckensten Karrieren unserer Zeit (DATENCENTER: Rennkalender 2011).

Diese Karriere wird in der heute erscheinenden Biographie "No Angel - The Secret Life of Bernie Ecclestone" skizziert - mit allen Facetten.

Der britische Journalist Tom Bower begleitete Ecclestone zu Recherchezwecken, flog in dessen Privatjet mit.

Nun will der Formel-1-Boss die Veröffentlichung des nicht autorisierten Buchs mit allen Mitteln verhindern.

Ecclestone bleibt Präsentation fern

Der 80-jährige wird der Präsentations-Feier in London nicht beiwohnen.

Auch die 70 von ihm selbst geladenen Gäste hat der Mogul schon über sein Fernbleiben informiert.

Zwar hat er das 400 Seiten starke Werk noch nicht selbst gelesen. Doch die privaten und beruflichen Details, die behandelt werden, sind Ecclestone plötzlich ein Dorn im Auge.

"Ich habe Bower unterstützt"

"Ich habe Bower mehr als unterstützt", erklärt Ecclestone gegenüber der "Daily Mail".

"Daher war ich mehr als ein bisschen von ihm enttäuscht, als er auch über meine Familie geschrieben hat. Wir waren uns einig, dass er das nicht tun würde."

Der Autor wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Ich habe mich an die Vereinbarung über seine Familie gehalten, und ich habe seine Töchter ganz bewusst nicht thematisiert."

"Er ist ein Zwerg"

Bower erzählt aber, dass Ecclestone von seiner Ex-Frau Slavica in der Öffentlichkeit des Öfteren bloßgestellt wurde.

"Er denkt, er sei ein großer Mann, dabei ist er ein Zwerg", wird die 52-Jährige zitiert.

Das ehemalige Model hatte ihren Gatten stets um einen Kopf überragt.

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Vom Freund zum Feind

Im Buch wird Ecclestones Beziehung zu FIA-Präsident Jean Todt als sehr angespannt dargestellt.

Im Vorjahr soll der Brite ganz gezielt mit Flavio Briatore durch die Startaufstellung stolziert sein, um Todt zu ärgern und um ihm zu zeigen, wer der Boss ist.

Der Ex-Renault-Teamchef war von der FIA nach der Rennmanipulation in Singapur 2009 lebenslang für die Formel 1 gesperrt worden, ein Gericht hob dieses Urteil aber wieder auf.

Todt Größenwahnsinnig?

Bower führt aus, Ecclestone fühle sich von "Todt's Größenwahn provoziert".

"Er hat den Hut des Präsidenten aufgesetzt und seine Persönlichkeit hat sich geändert", wird Ecclestone zitiert.

Der 80-Jährige nutze jede Gelegenheit, um Todt in der Öffentlichkeit bloßzustellen.

Und das, obwohl er vor Todts Aufstieg zum FIA-Präsidenten als einer der größten Unterstützer des Franzosen galt.

Virgin ein Groschengrab

Im Buch wird nun enthüllt, dass ihm Ecclestone angeblich sogar einen Führungsjob bei der Formel 1 in London angeboten hatte, doch Todt entschied sich gegen ein fürstliches Gehalt und für die ehrenamtliche Tätigkeit bei der FIA.

Auch Sir Richard Branson - mit seinem Virgin-Konzern Namensgeber und Sponsor eines Rennstalls - wird von Ecclestone niedergemacht: "Das ist doch ein Groschengrab. Er wird nicht bleiben."

Machtdemonstration gegenüber Dennis

In einem Streit mit dem ehemaligen McLaren-Teamchef Ron Dennis über die Unterzeichnung des "Concorde Agreement" soll Ecclestone seine Macht besonders deutlich demonstriert haben.

"Die Teams werden diesen Vertrag nicht unterzeichnen", soll Dennis dem Briten an den Kopf geworfen haben.

"Ich wette dagegen", sei Ecclestones flapsige Antwort gewesen.

Wette um 250.000 Euro

Die beiden hätten daraufhin um 250.000 Pfund gewettet.

Von einem schelmischen Grinsen begleitet habe Ecclestone umgehend den Vertrag aus der Tasche gezogen und vor Dennis' Augen unterzeichnet.

"Es wurde nie festgelegt, wieviele Parteien unterzeichnen müssen", stellte der Milliardär fest und steckte das Geld ein.

"Sei vorsichtig, Junge"

Das Buch behandelt auch die Anfänge von Ecclestones Ruhm und wie er sich in jungen Jahren als Gebrauchtwagen-Händler durchschlug.

In einem Kapitel wird erzählt, wie er einen MG an einen Kunden verkaufte, dabei aber die versprochene Heizung nicht mitlieferte.

Auf die Reklamation des Käufers soll Ecclestone geantwortet haben: "Nennst du mich einen Lügner? Junge, du solltest vorsichtig sein. Ich ließ schon Leuten die Finger abschneiden."

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