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Formel-1-Boss Bernie Ecclestone plant, das Bahrain-Rennen im Sommer nachzuholen © getty

Sir Bernie spricht über seine Visionen für die Formel 1, seine Nachfolge und einen Nachholtermin für das Rennnen in Bahrain.

München - Mit seinen 80 Jahren hat Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone noch große Pläne für sein Lieblingskind.

In einem Interview mit dem "Spiegel" und der offiziellen Formel-1-Webseite verblüffte der 80-Jährige mit der Idee, die WM durch künstlichen Regen interessanter zu machen. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

"Die aufregendsten Rennen hatten wir immer, wenn es nass war", erklärte Ecclestone: "Es gibt doch heute schon Rennstrecken, die man künstlich benetzen kann. Es wäre leicht, solche Systeme auf jeder Rennstrecke zu haben. Warum können wir es nicht mitten in einem Rennen künstlich 'regnen' lassen. Für 20 Minuten oder für die letzten zehn Runden? Da wäre Spannung garantiert und es wäre am Ende für alle gleich."

Nachfolgerin für Sir Bernie?

Aber Sir Bernie wartete noch mit einer weiteren Überraschung auf.

Ecclestone ließ durchblicken, dass er sich als seine Nachfolgerin sehr gut eine Frau vorstellen könnte: "Absolut. Vielleicht schon in drei oder fünf Jahren." (BERICHT: Ecclestone will eigene Biographie stoppen)

"Machen wir uns nichts vor: Frauen mischten im Hintergrund schon immer kräftig mit. Sie hatten immer schon einen mächtigen Einfluss", sagte der britische Geschäftsmann.

Zunächst bleibt das Tagesgeschäft aber weiterhin fest in seinen Händen.

Ecclestone plant Hitzerennen

Ecclestone erklärte, dass er sich noch vor dem neuen Saisonstart am 27. März in Australien eine Entscheidung über einen möglichen Nachholtermin für das abgesagte Rennen in Bahrain wünscht.

Dabei schließt der Formel-1-Boss auch eine Austragung in der eigentlich geplanten Sommerpause im August nicht aus - trotz der dann herrschenden Hitze im Königreich am Persischen Golf.

[kaltura id="0_otorgldo" class="full_size" title="Ist Zustand und Ambitionen"]

Für eine Neuansetzung des wegen der aktuellen Unruhen im Golfstaat für den 13. März abgesagten Bahrain-Rennens müsste der Automobil-Weltverband FIA "erstmal den Rennkalender ändern", sagte Eccelstone mit Blick auf die nächste Sitzung des World Motor Sport Council der FIA Mitte März.

Dafür sei es aber noch notwendig, dass die Veranstalter von Bahrain den entsprechenden Antrag stellen: "Ich habe mit FIA-Präsident Jean Todt darüber gesprochen. Wir müssten also im Fall der Fälle eine entsprechende Terminlücke finden. Eine Entscheidung muss aber auf jeden Fall vor Saisonstart fallen."

Nicht in Europa

Ein Ersatz-Rennen in einem anderen Land schließt Ecclestone kategorisch aus:

"Es ist ganz einfach: Wir brauchen weder ein zusätzliches Rennen in Europa noch sonstwo. Wir brauchen ein Rennen in Bahrain. Wenn der Kronprinz der Meinung ist, dass sein Land wieder in der Lage ist, den Grand Prix auszutragen, wenn also keine Gefahr mehr darstellt, dorthin zu reisen, dann werden wir nach Bahrain zurückkehren."

"Ich denke, die Teams sind sensibel genug, sogar in der Sommerpause in Bahrain zu fahren, trotz der hohen Temperaturen, denn das ist der Weg, wie wir das Land unterstützen können", erklärte Ecclestone.

Absagen wegen Unruhen

Eigentlich sollte die Formel 1 am 13. März in Bahrain in ihre mit erstmals 20 Rennen längste Saison aller Zeiten starten. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Wegen der Unruhen in Bahrain wurde das Rennen aber wie auch die für den 3. bis 6. März geplanten Testfahrten von den lokalen Ausrichtern abgesagt.

Für Ecclestone eine richtige Entscheidung. Neben einem Termin in der dreiwöchigen Sommerpause im August ist derzeit noch eine Austragung im November - eine Woche vor oder eine Woche nach dem Rennen in Abu Dhabi - im Gespräch.

Keine Politik

Dann müssten die Teams allerdings kurz vor Saisonende drei Rennen an drei aufeinanderfolgenden Wochenende fahren.

Generell will sich Ecclestone mit der Formel 1 aus politischen Dingen heraushalten.

"Sie darf niemals politisch sein. Besonders dann nicht, wenn es dazu noch um religiöse Konflikte geht", sagte Ecclestone: "Man muss das so sehen: Meine Aufgabe ist es, für das gesamte Paket Formel 1 die besten Deals auszuhandeln und damit auch Arbeitsplätze zu sichern. Meine Aufgabe ist es aber nicht, Politik zu machen. Dafür haben wir Politiker."

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