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Das Disneyland-Maskottchen und die Formel-1-Boliden - eine kühne Vision © getty

Statt Magny Cours sollten die Comic-Helden im Disneyland zukünftig Gastgeber des Frankreich-GP sein. Daraus wird aber nichts.

Von Thorsten Deppe

München - Micky Maus und Co. werden in Disneyland Paris vom spektakulären Formel-1-Zirkus umfahren, die Zeichentrickfilm-Stars jubeln im Rennfahrer-Outfit Hamilton, Alonso Co. zu - dieser Traum ist vorerst geplatzt.

Laut der Internetseite "Grandprix.com" wird es in der Formel 1 2009 und 2010 überhaupt keinen Großen Preis von Frankreich geben, nachdem in der vergangenen Saison Magny Cours bis auf weiteres zum letzten Mal Austragungsort gewesen war.

Disneyland Paris hatte zuletzt starkes Interesse bekundet, den Frankreich-Grand-Prix auszurichten, die Planung jetzt aber ad acta gelegt.

Probleme mit Geld und Anwohnern

Grund für den plötzlichen Kurswechsel des Vergnügungsparks sind finanzielle Engpässe.

Die örtlichen Behörden hatten nach Protesten von Anwohnern die nötigen Zuschüsse für die Rennstrecke eingefroren. Die Demonstranten fürchten Lärm und hohe Umweltbelastungen um die geplante Strecke in Marne-la-Vallé, gingen auf die Barrikaden.

Lagardere Sports, eine Firma um den Ex-Weltmeister Alain Prost, plante zusammen mit Disneyland Paris, die Boliden etwa eine halbe Stunde vor den Toren der Hauptstadt auf die Strecke zu schicken.

Neben einer hervorragenden Infrastruktur war vor allem das außergewöhnliche Ambiente reizvoll. Auch Bernie Ecclestone gilt als leidenschaftlicher Anhänger dieser Vision. Vorerst darf aber in Paris erstmal nur von Micky Mouse im Formel-1-Outfit geträumt werden.

Auch Montreal gibt auf

Während Ecclestone in Paris ein gern gesehener Gast ist, bleibt der Brite für die Formel-1-Anhänger in Montreal ein rotes Tuch. Das Rennen in Kanada ist auch mit der Aufstockung des Jahresetats auf 6,5 Millionen Euro nicht zu retten.

Wie die kanadische Zeitung "La Presse" berichtete, geht es Ecclestone auch nicht um Geld alleine. Viel mehr soll der 78-Jährige den Kopf von Grand-Prix-Promoter Normand Legault gefordert haben.

Die Regierung und Stadtverwaltung sieht die Verhandlungen als endgültig gescheitert an. Im Jahr des 30-jährigen Bestehens gehen auf der Rennstrecke in Montreal die Lichter aus.

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