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In der Formel 1 starten 2011 zwölf Teams mit 24 Piloten © getty

Vor dieser Saison hat sich in der höchsten Motorsport-Klasse vieles geändert. SPORT1 fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen.

Von Marc Ellerich

München - Die Formel 1 hat ihr Gesicht verändert - wieder einmal.

Ob Rennen, Piloten und natürlich Regeln und Technik - vieles ist neu.

SPORT1 gibt vor dem Saisonstart in Australien (Training, Fr., ab 6 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, Qualifying, Sa., ab 6.45 Uhr im LIVE-TICKER) einen Überblick über die wichtigsten Veränderungen.

Strecken: Die Anzahl der Rennen erhöht sich 2011 um einen weiteren Grand Prix auf zwanzig.

Fragezeichen stehen aufgrund der politischen Entwicklung hinter dem GP in Bahrain. Auch ob das Japan-Rennen stattfinden wird, ist derzeit völlig offen.

Nach der Premiere des Südkorea-GP 2010 kommt in dieser Saison der Große Preis von Indien hinzu. Der gut fünf Kilometer lange Jaypee Group Circuit liegt 50 Kilometer entfernt von der indischen Hauptstadt Neu Delhi.

Als Renntermin ist, so die Strecke rechtzeitig fertig und dann abgenommen wird, der 29. Oktober vorgesehen.

Fahrer: Spektakuläre Wechsel fanden den Winter mangels freier Cockpit-Plätze nicht statt. Dennoch schafften es einige so genannte Bezahlfahrer dank üppiger Sponsorengelder in die Formel 1.

Der Mexikaner Sergio Perez brachte die Millionen des Kommunikations-Giganten Telmex mit zum Schweizer Rennstall Sauber. Dank der Unterstützung des reichsten Mannes der Welt, Carlos Slim, verdrängte der GP-2-Vizemeister den Deutschen Nick Heidfeld bei Sauber.

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Im Williams-Team musste Nico Hülkenberg nach einem Jahr trotz guter Resultate weichen. Statt seiner tritt nun der venezolanische GP-2-Meister Pastor Maldonado an.

Neu hinzu gekommen sind ferner der Inder Narain Karthikeyan (Hispania Racing), der schottische DTM-Meister Paul di Resta (Force India) und der Belgier Jerome d'Ambrosio (Virgin).

Reifen: Reifen-Lieferant der Formel 1 ist nach dem Ausstieg des bisherigen Herstellers Bridgestone in diesem Jahr die italienische Traditionsmarke Pirelli.

Durch einen wesentlich schnelleren Verschleiß der neuen Reifen sollen spannendere Rennverläufe erzwungen werden, so sind unter anderem mehr Boxenstopps als noch 2010 zu erwarten.

Jeder Fahrer erhält elf Reifensätze pro Wochenende.

Mit sechs verschiedenen Farben kennzeichnet Pirelli die unterschiedlichen Reifen-Typen (hart = silbern, mittel = weiß, weich = gelb, superweich = rot, intermediate Reifen = hellblau, Regen-Reifen = orange).

Technik

Allgemein gesagt, erhoffen sich die Veranstalter durch die neue Technik mehr Überholmanöver und somit ebenfalls eine spannendere Show.

Die Aerodynamik-Elemente F-Schacht und Doppeldiffusor wurden verboten.

KERS (Kinetisches Energie-Rückgewinnungssystem): Nach einem Jahr Unterbrechung gibt das Hybrid-System, bestehend aus Elektromotor samt Batterien, sein Comeback in der Formel 1.

Per Knopfdruck kann ein Schub von 82 Extra-PS jederzeit freigesetzt werden, vorausgesetzt, der "Turbo-Boost" wurde vorher durch Bremsmanöver aufgeladen.

Verstellbarer Heckflügel: Auch das Luftwiderstandsreduktionssystem LRS soll das Überholen einfacher machen, allerdings sind hier die Regeln deutlich komplizierter als bei KERS.

Auf der längsten Geraden der Strecke erhält der Pilot die Erlaubnis den oberen Teil seines Heckflügels flacher zu stellen, um zu überholen. Voraussetzung: Der Abstand zum Vordermann liegt unter einer Sekunde.

Überwacht und freigegeben wird das Manöver von der FIA. Im Cockpit des Fahrers leuchtet bei Freigabe ein Lämpchen auf. Bremst der Pilot, stellt sich der Flügel wieder aufrecht.

Der Tempo-Vorteil durch LRS liegt bei ungefähr zehn bis zwölf Stundenkilometer. In Training und Qualifying darf LRS unbegrenzt eingesetzt werden, im Rennen erst nach den ersten beiden Runden.

Motoren: Die Getriebe müssen 2011 fünf statt vier Rennen in Folge halten. Der erste erzwungene Motorentausch wird nicht bestraft, danach folgt vor dem Start eine Strafversetzung um fünf Plätze nach hinten.

Regeln

Teamorder: Nach dem von Ferrari beim Deutschland-Grand-Prix in Hockenheim ausgelösten Stallorder-Skandal strich der FIA-Weltrat den betreffenden Paragraphen 39.1 aus dem Regelwerk.

Faktisch ist die Stallregie 2011 also erlaubt - allerdings mit dem Vorbehalt, dass weiterhin jede Aktion bestraft werden kann, die den Sport in Verruf bringt (Artikel 151c des Internationalen Sporting Codes).

107-Prozent-Regel: Ein weiteres Comeback, die Regelung existierte bereits vor 2003. Benötigt ein Fahrer im ersten Qualifying-Durchgang für seine schnellste Runde 107 Prozent der Bestzeit oder mehr, darf er im Rennen nicht an den Start gehen.

Härtere Strafen: Die Kommissare dürfen härter durchgreifen. Ihr Strafenkatalog umfasst 2011 eine Ermahnung, eine Zeitstrafe nach eigenem Ermessen, eine Streichung aus dem Rennergebnis und eine Sperre für den nächsten Grand Prix.

(Auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

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