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Erfolgsduo der Vergangenheit: Gerhard Berger (l.) und Sebastian Vettel © getty

Nach dem Verlust von Super-Talent Sebastian Vettel kehrt mit Gerhard Berger auch der Vater des Erfolges der Red-Bull-Schwester den Rücken.

Von Manuel Krons

München - Gerade mal zehn Wochen ist der Höhepunkt des noch jungen Formel-1-Teams Toro Rosso her.

Der erst 21-jährige Sebastian Vettel gewann beim Italien-GP als jüngster Fahrer aller Zeiten einen Grand Prix und holte damit den ersten Sieg der Rennstall-Geschichte.

Mit 39 WM-Punkten belegte Toro Rosso in der abgelaufenen Saison Platz sechs und war das Team der Stunde.

Doch inzwischen ist die Party bei den Österreichern vorbei - und offenbar auch die Zeit des Erfolges.

Denn neben Vettel, der ab der kommenden Saison für den großen Bruder Red Bull fahren wird, hat am Dienstag auch Teameigner Gerhard Berger (Berger steigt bei Toro Rosso aus) seinen Abschied verkündet: "Ich habe keine Funktion mehr", erklärte Berger, der als Vater des sportlichen Erfolges von Toro Rosso gilt.

"Entschluss ist gewachsen"

Weil Berger keine sportlichen Entwicklungsmöglichkeiten mehr für das Team gesehen hat, gab er seine 2006 übernommenen 50-prozentigen Teamanteile an Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz zurück.

"Dieser Entschluss ist gewachsen. Das ging los, als Mateschitz im Frühjahr sagte, er wolle das Team aufgrund der Reglementänderungen (Kundenautos sollen ab 2010 verboten werden, Anm. d. Red) verkaufen", erklärte er gegenüber "Tirol Online". "Ich hätte Toro Rosso gerne alleine fortgeführt, doch ich kann es nicht zur Gänze selbst finanzieren".

Kaum Engagement übrig

Durch Bergers Entschluss kann der österreichische Limonaden-Mogul nun wieder zwei Rennställe zu 100 Prozent sein Eigen nennen.

Da dieser aber vor allem auf Red Bull setzt, werde für Toro Rosso nicht mehr viel Engagement übrig bleiben, so Berger. Falls das Team also nicht an einen potenten Investor verkauft wird, ist der sportliche Abschwung nur eine logische Folge.

"Alle stehen mir sehr nahe"

"Freuen tut es mich nicht. Die Mannschaft ist meine Mannschaft, sie alle stehen mir sehr nahe, gemeinsam hatten wir sehr viel Erfolg. Dass man mit Toro Rosso Rennen gewinnt, auf die Pole Position fährt, das beste Privatteam stellt und Red Bull Racing schlägt - das ist schon eine super Leistung gewesen", blickt Berger auf die erstaunliche Saisonbilanz zurück.

Allerdings sei sein Ausstieg kein endgültiger Abschied aus der Formel 1: "Ich habe überhaupt nicht mit der Formel 1 abgeschlossen. Im Gegenteil. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich wieder zurückkomme."

Barrichello als Vettel-Nachfolger?

Während Berger sich nun nicht auf die neue Saison vorbereiten muss und unbeschwert die beginnende Ski-Saison genießen kann, ist bei seinem Ex-Team weiterhin die Cockpit-Besetzung offen.

Und wie zum Hohn hat sich nun ein sehr alter Bekannter als Anwärter auf einen der freien Toro Rosso Plätze gemeldet.

Der 36-Jährige Brasilianer Rubens Barrichello bestätigte Kontakte zu dem Rennstall: "Das ist es, was mich momentan motiviert. Ich liebe den Motorsport und habe immer noch viel Energie", erklärte der ehemalige Ferrari-Teamkollege von Michael Schumacher.

Düstere Aussichten

Vor Kurzem hat man mit dem Super-Talent Vettel noch beeindruckende Siege eingefahren - und bald schon könnte man eine Allianz mit dem seit Jahren erfolglos umherfahrenden Oldie bilden.

Das wären wirklich düstere Aussichten für Toro Rosso.

Beruhigend ist allenfalls, dass momentan dem 20-jährigen Schweizer Sebastien Buemi die besseren Chancen auf die Vettel-Nachfolge eingeräumt werden (Kommt Sebastien für Sebastian?).

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