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Der Australier Mark Webber fährt seit 2007 für Red Bull © getty

Mark Webber ist nicht davon überzeugt, dass man die zuletzt bei BMW aufgetretenen Probleme mit KERS in den Griff bekommt.

Von Marc Ellerich

München - Das geplante Energie-Rückgewinnungssystem KERS hat schon vor seiner Einführung im kommenden Jahr für mächtig Furore gesorgt.

Und offenbar sind die Formel-1-Piloten durch die vorgesehene Neuerung beunruhigt.

Das berichtet zumindest der Sprecher der Fahrer-Vereinigung GPDA, Red-Bull-Pilot Mark Webber, nach einem Meeting am Rande des Ungarn-Grand-Prix in Budapest am vergangenen Wochenende.

Dort war der Unfall eines BMW-Mechanikers bei einem Test vor drei Wochen in Spanien Gesprächsthema. Der Mechaniker hatte den Rennwagen nach kurzer Erprobungsfahrt berührt und dabei einen Stromschlag erlitten.

"Sie haben keine Ahnung"

"Es gibt einen BMW-Report über das, was dort passiert ist", sagte Webber nun gegenüber "Autosport": "Doch das Gerücht geht um, dass sie nicht wissen, was los war. Sie haben keine Ahnung - und das ist beunruhigend."

Das Urteil des Australiers über die fehlenden Erkenntnisse des Zwischenfalls bei BMW-Sauber fiel entsprechend drastisch aus: "Das ist wie nach einem Flugzeug-Unglück, dessen Ursache man nicht kennt."

Webber zeichnete ein Schreckensszenario: "Man muss sich nur vorstellen, was passieren würde, sollte jemand auf der Fahrspur der Boxengasse einen Stromschlag kriegen."

Gascoigne sieht keine Probleme

Dagegen wiegelte Mike Gascoigne, Chef-Ingenieur beim Force-India-Team, die Bedenken der Fahrer ab.

"Wir werden die Probleme schnell in den Griff kriegen", glaubt er: "Ich bin sicher, dass BMW daran arbeitet, den Vorfall zu verstehen. Und ich glaube nicht, dass das Probleme verursachen wird. Es sollte nicht sehr kompliziert sein."

Doch auch Gascoigne räumte ein: "Das KERS ist eine komplett abgeschlossene Einheit, und auch alle Hochspannungskabel sind isoliert. Da fällt es schwer zu erkennen, wo die Probleme liegenl."

"Fahren nicht auf einer Atombombe"

Zuletzt hatte auch Honda-Testpilot Alexander Wurz die Gefahren durch KERS relativiert: "Ich glaube nicht, dass man mit KERS die Feuerunfälle zurückbringen wird, nur weil es da jetzt einen Zwischenfall mit KERS gab."

"Man kann das KERS schon sicher gestalten", sagte Wurz, der noch 2007 für Williams in der Formel 1 fuhr: "Es ist jetzt nicht so, dass wir da auf einer Atombombe herumfahren. Da gibt es gewisse Sicherheitsvorschriften, die muss man beachten - wie in allen anderen Bereichen der Formel 1."

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