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Der 26-jährige Timo Glock fährt seit 2004 in der Formel 1 © getty

Auch nach seinem zweiten Platz in Ungarn lässt Timo Glock das Lenkrad nicht los. Sein Team lobt er für einen "super guten Job".

Neuss - Timo Glock fährt dem neuen Rummel um seine Person einfach davon - am liebsten im Rennauto.

Sechs Tage nach seinem sensationellen zweiten Platz in Budapest durfte er am Samstag auf dem Nürburgring ein paar Runden mit dem Le-Mans-Renner seines Arbeitgebers Toyota drehen und erfüllte sich damit einen Traum.

"Meine Freundin hat gesagt, ich hätte gestrahlt wie ein kleiner Junge vor dem Weihnachtsbaum", erzählte Glock, bevor er am Sonntagmorgen nach Kalifornien in den Urlaub entschwebte.

Am liebsten wäre er in der Eifel gar nicht mehr ausgestiegen aus dem rund 700 PS starken Toyota-Prototypen, der ihn schon als Nachwuchsrennfahrer fasziniert hatte.

"Ich bin ein Riesen-Fan"

"Das ist einfach ein geniales Auto. Seit ich es damals im Fernsehen gesehen habe, bin ich ein Riesen-Fan", schwärmte Glock von dem Wagen, mit dem Toyota 1998 und 1999 bei den 24 Stunden von Le Mans am Start war.

"Ich habe von Runde zu Runde mehr Spaß gehabt, leider waren es nur fünf." Die Zusatzschicht am Lenkrad sei für ihn keine Belastung, sondern "pure Entspannung" gewesen, sagte Glock, der sich zuvor schon beim Kartfahren mit Freunden erholt hatte und schon einen Tag früher zum Ring gekommen war, um sich ein paar historische Rennautos anzuschauen.

Interview-Marathon nach erstem Sieg

Nach seinem zweiten Platz in Budapest war Glock noch ziemlich geschlaucht, zum einen durch eine Magenverstimmung, zum anderen durch die Siegerehrung und den Interview-Marathon nach seinem ersten Podiumsplatz in der Königsklasse.

Mit ein bisschen Abstand hatte er dann auch seinen Erfolg in Ungarn eingeordnet. "Ich habe mir das Rennen noch einmal im Fernsehen angeschaut und dabei realisiert, was für einen super guten Job mein Team beim ersten Tankstopp gemacht hat, wie schnell sie da reagiert haben, als die Tankanlage nicht funktionierte", meinte Glock.

"Wir müssen jetzt nur sehen, dass wir die nötige Konstanz reinbekommen." Nächster Formel-1-Einsatz ist nach der dreiwöchigen Sommerpause das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Valencia am 24. August.

Probleme zu Saisonbeginn

Zu Saisonbeginn hatte Glock bei Toyota als amtierender GP2-Champion die Nachfolge von Ralf Schumacher angetreten.

Nach anfänglichen Problemen, als er noch langsamer als Teamkollege Jarno Trulli war, findet er sich jetzt deutlich besser zurecht.

Schon beim Heimspiel in Hockenheim war er auf Punktekurs, bis ihn eine gebrochene Spurstange an der rechten Hinterradaufhängung und der daraus resultierende heftige Unfall stoppten.

Benefizrennen in Laguna Seca

Solche Zwischenfälle, die der Fahrer nicht beeinflussen kann, beunruhigen Glock nicht und nehmen ihm auch nicht den Spaß am Rennfahren - im Gegenteil.

Auch in Kalifornien wird Glock nach ein paar freien Tagen seinem liebsten Hobby nachgehen. Beim Monterey-Festival auf der legendären Rennstrecke in Laguna Seca wird er an einem Benefizrennen teilnehmen und dazu ein paar Runden in einem weiteren Kleinod aus der Toyota-Motorsportgeschichte drehen.

Dann sitzt er am Steuer eines CanAm-Rennwagens von 1992 mit 750 PS. Pure Entspannung halt.

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