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Fernando Alonso im Renault-Cockpit - ein weltmeisterliches Interieur? © getty

Renault-Teamchef Briatore ist der F-1-Zirkus zu teuer. Er regt sich über Firlefanz auf, der nur dem Ego der Ingenieure diene.

München - Renault-Teamchef Flavio Briatore hat im Hinblick auf die Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 erneut für massive Einsparungen plädiert.

"Mindestens 50 Prozent. Es sollte aber noch mehr möglich sein", sagte der Italiener im Gespräch mit dem Fachmagazin "auto, motor und sport".

Beim Saisonfinale in Brasilien habe er sich mal in aller Ruhe die Lenkräder der Autos angeschaut: "Die sehen aus, als wollten wir zum Mars fliegen. Irgendwie schauen sie aber doch alle gleich aus. Da frage ich mich: Wozu stecken wir soviel Energie und Geld da rein? Da werden nur die Egos der Ingenieure befriedigt."

Schnelle KERS-Einführung verschlingt Geld

Lösungsvorschläge sind laut Briatore die Vereinheitlichung der Motoren und des Hybrid-Systems KERS (Kinetic Energy Recovery System - Energierückgewinnungssystem, d.Red.): "Wenn jeder für sich allein arbeitet, wird viel Geld verschleudert, und am Ende sind wir dann doch wieder alle gleich weit."

Briatore hätte gerne eine Verschiebung der KERS-Einführung um ein Jahr gesehen: "Alle waren dafür, nur BMW nicht. Ich verstehe nicht, warum. Jetzt ist jeder gezwungen, viel Geld zu investieren."

Wenn die Kosten nicht bald drastisch gesenkt werden, sieht der Italiener die Gefahr, dass Hersteller oder Privatteams abspringen.

"Wie bei der Papstwahl"

"Wir brauchen Lösungen für die Zeit von 2010 bis 2012", sagte er: "Ich schlage vor: Steckt alle, die in der Formel 1 etwas zu sagen haben, in ein Hotel und gebt ihnen maximal eine Woche Zeit. Dann muss wie bei der Papstwahl weißer Rauch aus dem Kamin aufsteigen."

Dem Automobil-Weltverband FIA will Briatore mit seinen Vorschlägen nicht das Heft aus der Hand nehmen: "Ich sage nur, dass der Anstoß von den Teams kommen muss. Die Teamvereinigung FOTA hat Bernie Ecclestone 33925(DIASHOW: Rosenkrieg bei Bernie) und Max Mosley nicht den Krieg angesagt."

Er führte aus: "Wir wollen mit ihnen zusammenarbeiten. Wenn wir aber nichts auf die Reihe kriegen, hat Mosley alles Recht, seine eigenen Ideen durchzusetzen. Er hat sich in den Kopf gesetzt, die Formel 1 zu retten, und das wird er auch tun."

Mit Alonso auf einem guten Weg

Briatore hat sich derweil in den Kopf gesetzt, 2009 den WM-Titel zu holen. "Unser Ziel ist es, mit Fernando Alonso wieder Weltmeister zu werden, und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg", sagte der Italiener.

Die Abwanderungsgelüste des zweifachen Champions Alonso, der immer mal wieder offen mit Ferrari liebäugelt, machen Briatore keine Sorgen: "Wir müssen ihm nur ein Siegerauto hinstellen."

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